Bei der Commerzbank schafft UniCredit harte Fakten. Nach Ablauf des Umtauschangebots kontrollieren die Italiener fast die Hälfte aller Stimmrechte. Damit rückt CEO Andrea Orcel gefährlich nah an die absolute Mehrheit heran.
Das Ringen um die Mehrheit
UniCredit sammelte im Rahmen des Angebots 17,60 Prozent der Commerzbank-Aktien ein. Inklusive bestehender Anteile und Optionen halten die Italiener nun gut 47 Prozent des Kapitals. Da die Commerzbank eigene, stimmrechtslose Aktien besitzt, wiegt dieser Anteil schwerer. Die Italiener kommen auf 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Ein klarer Affront. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank kritisieren das Ergebnis deutlich. Weniger als zwei Prozent der unabhängigen Anleger nahmen die Offerte an. Die angedienten Papiere stammten laut Commerzbank fast vollständig von Banken mit UniCredit-Verbindungen.
Konzernchefin Bettina Orlopp hält an der eigenständigen Strategie fest. Sie fordert eine Lösung im Sinne aller Beteiligten. Andrea Orcel erhöht parallel dazu den Druck. Der UniCredit-Chef droht indirekt mit der Absetzung des Commerzbank-Managements auf der Hauptversammlung 2027.
Politik und Aufseher bremsen
Der Weg zur kompletten Übernahme bleibt steinig. Die Bundesregierung lehnt den Deal ab und nennt das Vorgehen inakzeptabel. Der Bund hält weiterhin knapp zwölf Prozent an der Bank.
Formal fehlen UniCredit außerdem wichtige Freigaben. Die Europäische Zentralbank und die EU-Wettbewerbshüter müssen dem Ausbau der Beteiligung zustimmen. Dieser Prüfprozess dauert voraussichtlich drei bis sechs Monate.
Anleger reagieren auf die harte Gangart mit Verkäufen. Die Commerzbank-Aktie rutscht um 2,33 Prozent auf 37,31 Euro ab. Damit fällt der Kurs fast punktgenau auf die 50-Tage-Linie bei 36,77 Euro zurück.
Der nächste Termin steht bereits fest. Am 06. August 2026 präsentiert die Commerzbank ihre Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann will das Management weitere Details zur operativen Umsetzung des eigenen Strategieplans vorlegen.
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