Zwei große Themen belasten und bewegen die Commerzbank-Aktie gleichermaßen: der anhaltende Übernahmeversuch durch UniCredit und ein geldpolitisches Umfeld, das sich zuletzt spürbar eingetrübt hat. Beides zusammen sorgt für ein unruhiges Bild.
UniCredit hält den Druck aufrecht
UniCredit-Chef Andrea Orcel hat sich nach dem jüngsten Tauschangebot an die Commerzbank-Aktionäre erneut zu Wort gemeldet. Der Ton ist dabei versöhnlicher geworden: Orcel betont, die Beteiligung von rund 30 Prozent nicht ausbauen zu wollen, und plädiert für einen offenen Dialog. Eine Fusion schließt er allerdings nicht aus – sollte UniCredit eine deutliche Kontrollmehrheit gewinnen. An der Börse hinterließ das seine Spuren: Die Commerzbank-Aktie legte gestern immerhin 1,5 Prozent zu, während UniCredit-Papiere leicht nachgaben.
Der Widerstand bleibt jedoch erheblich – sowohl seitens der Commerzbank-Führung als auch aus der Politik. Ein grenzüberschreitender Mega-Deal dieser Größenordnung wäre für Europa ein Novum, und in Berlin dürfte man das Vorhaben weiterhin mit Argwohn beobachten.
Zinssenkungen? Erstmal nicht
Dazu gesellt sich ein makroökonomisches Umfeld, das für Banken auf den ersten Blick wie eine Unterstützung wirkt, auf den zweiten aber Risiken birgt. Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen – und Signale für baldige Senkungen gibt es kaum noch. Schuld daran ist vor allem der Iran-Krieg, der seit Ende Februar die Ölpreise treibt und die Inflationserwartungen in die Höhe schraubt.
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Brent-Rohöl hat sich gestern auf rund 108 Dollar je Barrel verteuert. Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich: Ohne eine spürbare Abschwächung der Teuerung gibt es keine Zinssenkungen. Ökonomen sehen den Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt mittlerweile weit in die Zukunft verschoben – manche sprechen von April 2027.
Für die EZB ist die Lage ähnlich heikel. Der Einlagenzins liegt derzeit bei 2,0 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet damit, dass eine länger andauernde Eskalation die Inflation im Euroraum auf mindestens 3 Prozent treiben könnte. Experten wie die DWS-Ökonomin Ulrike Kastens halten Zinserhöhungen im Sommer inzwischen für realistischer als weitere Senkungen.
Höhere Zinsen können für Banken wie die Commerzbank grundsätzlich positive Effekte auf die Nettozinsmarge haben – doch steigende Energiepreise und eine schwächelnde Konjunktur belasten gleichzeitig die Kreditqualität. Das Umfeld bleibt also widersprüchlich. Während das Übernahmedrama um UniCredit die Fantasie der Anleger wachhält, verdüstern geopolitische Risiken den fundamentalen Ausblick.
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