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Commerzbank Aktie: Strafanzeige gegen UniCredit wegen Marktmanipulation

UniCredit sichert sich Zugriff auf über 42 Prozent der Commerzbank-Anteile. Das Management wehrt sich mit juristischen Schritten und Zweifeln an den Zahlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Annahmefrist bis 3. Juli verlängert
  • UniCredit kontrolliert über 42 Prozent
  • Strafanzeige wegen Marktmanipulation eingereicht
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Hoch

Der Übernahmekampf um die Commerzbank erreicht eine neue Stufe. UniCredit hat die Annahmefrist für ihr freiwilliges Übernahmeangebot bis zum 3. Juli 2026 verlängert — und meldet bereits Zugriff auf mehr als 42 Prozent der Commerzbank-Anteile. Die Frankfurter Seite schlägt zurück: juristisch und mit harten Zweifeln an den veröffentlichten Zahlen.

UniCredit drängt, die Commerzbank zweifelt

Nach Ablauf der ersten regulären Annahmefrist am 16. Juni hat UniCredit Bilanz gezogen. Rund 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien wurden im Rahmen des Angebots angedient. Zusammen mit direkt gehaltenen 26,77 Prozent und weiteren 3,22 Prozent über Derivate kommt UniCredit auf einen Gesamtzugriff von etwa 42,5 Prozent.

Das Commerzbank-Management bestreitet die Integrität dieser Zahlen. Interne Analysen sollen zeigen, dass kaum institutionelle Anleger ihre Papiere eingereicht haben. Der Verdacht: Ein Großteil der angedienten 12,51 Prozent stammt aus dem Umfeld von UniCredit nahestehenden Parteien. UniCredit hat das zurückgewiesen.

Strafanzeige wegen Marktmanipulation

Der Konflikt ist längst vor Gericht gezogen. Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank hat Strafanzeige erstattet — wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Irreführung nach den Paragraphen 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes. Die Arbeitnehmervertreter werfen UniCredit vor, durch gezielte Kommunikation den Kurs beeinflusst und Anleger getäuscht zu haben.

Kein Wunder, dass die Stimmung im Commerzbank-Lager angespannt ist. Das Management lehnt das Angebot als unzureichend ab und hält an seiner Standalone-Strategie fest.

Aktie nahe am 52-Wochen-Hoch

An der Börse lässt sich von der juristischen Eskalation wenig ablesen. Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 38,33 Euro — ein leichtes Tagesplus von 0,34 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, erst am 19. Juni markiert, liegt nur einen Wimpernschlag entfernt.

Der Markt preist weiterhin eine Übernahmeprämie ein. Das ist bemerkenswert, weil das UniCredit-Tauschangebot — eine Commerzbank-Aktie gegen 0,485 UniCredit-Anteile — rechnerisch zeitweise unter dem aktuellen Börsenkurs lag.

Was bis Juli entscheidend wird

Ob in der verlängerten Frist bis zum 3. Juli weitere Aktionäre andienen, hängt stark vom Kursverhältnis beider Aktien ab. Liegt der Börsenkurs der Commerzbank über dem rechnerischen Tauschwert, fehlt der Anreiz.

Selbst wenn UniCredit die Mehrheit sichert, bleibt der Zeitplan eng. Analysten erwarten eine vollständige Übernahme frühestens 2027 — EZB und nationale Aufseher müssen noch grünes Licht geben. Bis dahin dürfte der juristische Streit zwischen beiden Lagern weiter an Schärfe gewinnen.

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