Während sich der Übernahmepoker um die Commerzbank zuspitzt, holt die Justiz eine alte Affäre wieder ans Licht. Deutsche Staatsanwälte erhoben am 20. August Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter des Instituts wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung. Die Vorwürfe betreffen Vorgänge aus dem Jahr 2008.
Alte Geschäfte, neue Anklage
Details zu den konkreten Anklagepunkten liegen bislang nur in Umrissen vor, doch der zeitliche Bezug ist eindeutig: Es geht um Transaktionen aus der Finanzkrisenzeit vor rund 18 Jahren, die erst jetzt strafrechtlich aufgearbeitet werden.
Für die Commerzbank selbst ist das Verfahren keine existenzielle Belastung – die vier Beschuldigten sind längst nicht mehr im Haus tätig. Dennoch fällt die Anklage in eine Phase, in der das Institut ohnehin im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit steht.
Übernahmekampf überlagert die Nachricht
Denn parallel zur juristischen Aufarbeitung tobt der Machtkampf um die Kontrolle der Bank. UniCredit hält laut Reuters inzwischen rund 48 Prozent der Anteile, CEO Andrea Orcel soll sich mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil treffen.
Bundeskanzler Friedrich Merz erteilte eigenen Gesprächen mit UniCredit vorerst eine Absage – der politische Widerstand gegen eine Übernahme bleibt damit bestehen, auch wenn sich innerhalb der Commerzbank selbst zuletzt Bewegung zeigte.
Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte zuvor eine Überprüfung der deutschen Übernahmeregeln gefordert, weil UniCredit seiner Darstellung nach ohne angemessene Prämie Kontrolle habe erlangen können. Vor diesem Hintergrund wirkt die neue Anklage wie ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor, der zwar operativ begrenzt bleibt, aber das ohnehin angespannte Vertrauensklima rund um das Institut nicht entspannt.
Kurs bleibt stabil
An der Börse zeigte sich das Papier von der Meldung bislang unbeeindruckt. Die Aktie schloss am Dienstag bei 39,69 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Sicht von sieben Handelstagen steht ein Rückgang von 2,3 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht mit einem Plus von 3,1 Prozent noch klar im positiven Bereich bewegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 41,00 Euro, erreicht am 26. August, fehlen aktuell 3,2 Prozent.
Die Marktkapitalisierung liegt bei 43,44 Milliarden Euro. Anleger scheinen die juristische Aufarbeitung alter Vorgänge derzeit klar dem übergeordneten Übernahmethema unterzuordnen – die Kursreaktion fiel entsprechend verhalten aus. Ob sich das ändert, hängt weniger vom Ausgang des Verfahrens gegen die vier Ex-Mitarbeiter ab als vom weiteren Verlauf der Gespräche zwischen Berlin und UniCredit.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 2. September liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
