Für Commerzbank-Aktionäre lief die vergangene Woche schlecht. Erst kappt S&P den Rating-Ausblick, dann bremst JPMorgan vor den Quartalszahlen. Am Freitag summierte sich das zu einem Kursrutsch von 3,25 Prozent auf 36,66 Euro.
Binnen einer Woche verlor die Aktie gut 5 Prozent. Damit rückt sie weiter vom 52-Wochen-Hoch bei 39,18 Euro ab, das sie erst am 14. Juli markiert hatte.
S&P sieht Risiko in der UniCredit-Integration
Den ersten Dämpfer lieferte S&P. Die Ratingagentur senkte den Ausblick für die Commerzbank-Bonität von positiv auf stabil. Das eigentliche Rating bestätigte S&P: A für die lange Frist, A-1 für die kurze.
Der Grund für den vorsichtigeren Ausblick liegt nicht im aktuellen Geschäft. S&P verweist auf die absehbare Integration in den italienischen UniCredit-Konzern. Die Analysten erwarten, dass UniCredit in den kommenden zwei Jahren eine Mehrheitsbeteiligung übernimmt und die Kontrolle erlangt.
Genau das birgt für S&P ein Risiko. Wird die Commerzbank Teil des UniCredit-Konzerns, verliert sie ihre eigenständigen Risikopuffer. Verbessert sich die Bonität der Italiener bis dahin nicht, hält S&P sogar eine Herabstufung für möglich.
JPMorgan wartet auf die Zahlen
Kurz danach bestätigte JPMorgan seine Neutral-Einstufung mit einem Kursziel von 37 Euro. Die US-Bank sieht aktuell keinen Anlass, die Einschätzung zu ändern. Auch an den Gewinnschätzungen für 2026 bis 2028 rüttelte JPMorgan kaum.
Die Analysten warten offenbar auf konkretere Signale aus dem kommenden Zahlenwerk. Erst dann dürfte sich zeigen, ob die Neutral-Haltung Bestand hat.
Globale Marktnervosität verstärkt den Trend
Der Kursrutsch traf die Commerzbank-Aktie zudem in einer schwierigen Marktphase. Ein durch Künstliche Intelligenz getriebener Ausverkauf belastete Börsen in Asien, angeführt von Südkoreas Kospi und Japans Nikkei. Auch US-Aktienfutures gaben nach.
Diese globale Risikoaversion trifft zyklische Werte wie Bankaktien besonders hart. Sie verstärkte den ohnehin vorhandenen Abwärtsdruck bei der Commerzbank zusätzlich.
Was die Zahlen zeigen müssen
Trotz des Rücksetzers bleibt die Jahresbilanz der Aktie beachtlich: Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 29,22 Prozent. Seit Jahresanfang fällt das Bild mit 1,55 Prozent deutlich moderater aus.
Vor dem Hintergrund des laufenden Übernahmeprozesses durch UniCredit dürfte bei den kommenden Quartalszahlen vor allem eines zählen: die operative Entwicklung der Bank, losgelöst von den Übernahmespekulationen. JPMorgan und der breitere Markt richten den Blick genau darauf.
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