Im Ringen um die Eigenständigkeit der Commerzbank verschärft Bettina Orlopp den Ton. Die Vorstandschefin teilt nicht nur gegen die italienische UniCredit aus, sondern kritisiert auch die Europäische Zentralbank offen. Das Management positioniert sich klar gegen eine Übernahme und setzt stattdessen auf eine eigene Effizienzstrategie.
Ziel der Kritik ist insbesondere EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Dieser hatte sich zuletzt positiv über eine Konsolidierung im europäischen Bankenmarkt geäußert. Orlopp wies diese Haltung scharf zurück. Sie sehe die Commerzbank nicht als Getriebene. Die Pläne der UniCredit bewertet sie als reine Schrumpfungs-Strategie für das Frankfurter Institut.
Die Italiener halten bereits knapp ein Drittel der Anteile und bieten aktuell 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Am Markt verfängt diese Offerte bislang kaum.
Die Aktie notiert am Freitag bei 36,17 Euro. Damit liegt das Papier weit über dem rechnerischen Wert des Tauschangebots, der sich auf rund 31 Euro beläuft. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt indes intakt: Auf Jahressicht verzeichnet die Commerzbank ein Kursplus von gut 40 Prozent.
KI statt Fusion
Um die operative Stärke zu demonstrieren, präzisiert der Vorstand parallel dazu seine internen Umbaupläne. Rund 3.000 Stellen sollen brutto wegfallen. Ein Großteil dieser Einsparungen wird durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz realisiert.
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Betroffen sind vor allem externe Call-Center und IT-Dienstleister. Betriebsbedingte Kündigungen will das Management vermeiden. Nach einem historischen Rekordergebnis im vergangenen Jahr soll die Profitabilität durch den gezielten Technologieeinsatz weiter steigen.
Entscheidende Tage für Aktionäre
Für Investoren rückt nun der Terminkalender in den Fokus. Drei anstehende Ereignisse strukturieren den weiteren Verlauf des Übernahmekampfes:
- Stellungnahme: Bis Anfang nächster Woche soll die formelle und begründete Einschätzung des Managements zum Angebot vorliegen.
- Hauptversammlung: Am 20. Mai stimmen Aktionäre unter anderem über den Dividendenvorschlag von 1,10 Euro ab.
- Annahmefrist: Mitte Juni endet die reguläre Frist für die UniCredit-Offerte.
Rückenwind erhält Orlopp derweil von der Bundesregierung. Der Staat hält als Ankeraktionär gut zwölf Prozent der Anteile und sieht eine Übernahme kritisch. Analysten trauen der Aktie noch etwas Luft nach oben zu. Während JPMorgan das Kursziel bei 37 Euro verortet, taxiert die Deutsche Bank den fairen Wert auf 42 Euro.
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