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Commerzbank Aktie: Nur 1,1% der Aktionäre stimmen zu

Nur 1,1 Prozent der Aktionäre nehmen UniCredit-Angebot an. Vorstand lehnt Offerte als zu niedrig ab und setzt auf Eigenständigkeit.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nur 1,1 Prozent der Aktionäre angedient
  • Vorstand lehnt Angebot geschlossen ab
  • Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030“ vorgestellt
  • Angebotspreis liegt unter aktuellem Aktienkurs

Die Übernahme-Offensive der UniCredit auf die Commerzbank verpufft. Gerade einmal 1,1 Prozent der Aktionäre haben ihre Papiere bis zum 26. Mai angedient. Ein Tropfen auf den heißen Stein – trotz leichter Steigerung gegenüber den Vorwochen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Angebot ist einfach zu billig. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Anteil. Umgerechnet lag der Wert bei Angebotsvorlage mit 34,56 Euro deutlich unter dem damaligen Schlusskurs von 36,48 Euro. Seitdem ist die Commerzbank-Aktie weiter gestiegen – auf zuletzt 36,68 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Der RSI von 72,5 signalisiert zudem überkaufte Niveaus.

Commerzbank: Finger weg

Vorstand und Aufsichtsrat haben das Angebot geprüft – und lehnen es geschlossen ab. Die Begründung: weder eine angemessene Prämie noch ein überzeugender Fusionsplan. Die Empfehlung an die Aktionäre lautet eindeutig: nicht annehmen. Unabhängige Analysten sehen den fairen Wert der Aktie im Median bei rund 41,50 Euro.

Parallel dazu belastet eine Personalie das UniCredit-Narrativ. Ex-Commerzbank-Chef Manfred Knof wurde eine Pflichtverletzung vorgeworfen, weil er ein geheimes Treffen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel im September 2024 verschwiegen hatte. Der Aufsichtsrat kürzte seine variable Vergütung für 2024 um 30 Prozent.

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Frist läuft, Strategie steht

Die Annahmefrist endet voraussichtlich am 3. Juli 2026. Der Vollzug des Deals wäre ohnehin frühestens 2027 zu erwarten, da noch regulatorische Genehmigungen ausstehen. Insidern zufolge ist eine Nachbesserung des Angebots vorerst nicht geplant.

Die Commerzbank setzt indes auf Eigenständigkeit. Die „Momentum 2030″-Strategie sieht Erlöse von 16,8 Milliarden Euro bis 2030 vor, flankiert von 600 Millionen Euro Investitionen in Künstliche Intelligenz und dem Abbau von 3.000 Stellen.

Das Signal an die Mailänder ist klar: Wer die Commerzbank will, muss zahlen. Die nackte Preisdifferenz zwischen Angebot und Markt spricht derzeit eine zu deutliche Sprache. Ohne Nachbesserung droht die Übernahme am eigenen Sparzwang zu scheitern.

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