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Commerzbank Aktie: MBank-Pflichtangebot droht!

Eine Übernahme der Commerzbank durch UniCredit würde ein teures Pflichtangebot für die polnische MBank auslösen. Zudem gibt es tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über Bewertung und Geschäftsmodell.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Polnisches Recht erzwingt teures MBank-Pflichtangebot
  • Tiefe Gräben bei Bewertung und künftiger Strategie
  • Bundesregierung lehnt feindliche Übernahme ab
  • Formales Angebot von UniCredit im Mai erwartet

UniCredit will die Commerzbank übernehmen. Das ist bekannt. Was viele bisher unterschätzen: Ein erfolgreicher Deal würde den Italienern teurer kommen als gedacht — und zwar deutlich.

Die MBank-Falle

Sobald UniCredit mehr als 50 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, greift polnisches Recht. Dann fällt automatisch ein Pflichtangebot für die MBank an, die polnische Tochter der Commerzbank. Die Regularien schreiben eine Bar-Komponente und einen Mindestpreis vor. Die MBank ist an der Warschauer Börse mit 12,4 Milliarden Euro bewertet — die Commerzbank hält knapp 70 Prozent davon. Ein Milliarden-Posten, der in der öffentlichen Debatte bislang kaum auftauchte.

Hinzu kommt der Streit ums Auslandsnetz. Insider berichteten dem Handelsblatt, dass die Commerzbank bei einer Übernahme harte Einschnitte in ihrem internationalen Filialgeflecht fürchtet. Dieses Netz ist zentral für das Firmenkundengeschäft — und damit für einen der profitabelsten Bereiche der Bank.

Kein Boden für Einigung

Vorstandschefin Bettina Orlopp und Finanzchef Carsten Schmitt sehen nach Gesprächen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel keine Basis für einen Zusammenschluss. „Unsere Meinungen gehen stark auseinander, beginnend mit der Bewertung der beiden Unternehmen und dem Umtauschverhältnis“, sagte Orlopp bei Bloomberg TV. Streitpunkt ist auch das künftige Geschäftsmodell.

UniCredit hatte im März ein 35 Milliarden Euro schweres Angebot vorgelegt. Es sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie vor — das entsprach zum Zeitpunkt der Ankündigung rund 30,80 Euro, einem Aufschlag von etwa vier Prozent. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 35,30 Euro und damit deutlich über diesem Wert. Das macht das Angebot für Aktionäre wenig attraktiv.

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Die Bank wirft UniCredit außerdem vor, wiederholt ohne vorherige Abstimmung zu handeln. Das erschwere den Aufbau gegenseitigen Vertrauens. Das Finanzministerium bleibt bei seiner Haltung: Eine feindliche Übernahme sei bei einer systemrelevanten Bank nicht akzeptabel. Der Bund hält rund 12 Prozent und lehnt einen Verkauf seiner Anteile ab.

Mai als Schlüsselmonat

UniCredit plant, das formelle Angebot nach BaFin-Prüfung voraussichtlich im Mai zu veröffentlichen. Am 4. Mai stimmen UniCredit-Aktionäre über eine nötige Kapitalerhöhung ab. Am 20. Mai hält die Commerzbank ihre Hauptversammlung ab — mit einer Dividende von 1,10 Euro je Aktie auf der Agenda, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Die Commerzbank präsentierte zuletzt ein Rekordergebnis für 2025 und hob die Erwartungen für den Zinsüberschuss 2026 leicht an. Starke Quartalszahlen würden das Argument für den Alleingang weiter stärken — und UniCreditss Übernahmedruck erhöhen.

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