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Commerzbank Aktie: Mastercard wird durch Visa ersetzt

Die Commerzbank tauscht Millionen Kreditkarten von Mastercard auf Visa um. Kunden ohne Zustimmung droht die Kündigung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mastercard wird durch Visa abgelöst
  • Zustimmung nötig, sonst Kündigung
  • Mastercard nur noch im Premium-Konto
  • Aktie trotz Umstellung nahe Jahreshoch

Millionen Commerzbank-Kunden bekommen derzeit Post. Es geht nicht um den Übernahmekampf mit UniCredit. Es geht um ihre Kreditkarte.

Das Institut tauscht schrittweise Mastercard gegen Visa aus. Wer nicht zustimmt, riskiert eine Kündigung der Karte zum Ablaufdatum.

Zustimmung gefordert, sonst droht die Kündigung

In den Kundenschreiben heißt es wörtlich: „Wir ändern unser Angebot und stellen künftig Ihre Mastercard Classic ein.“ Die Bank braucht dafür die ausdrückliche Zustimmung der Karteninhaber. Ohne diese Zustimmung schließt die Commerzbank eine Kündigung spätestens zum Ablaufdatum der Karte nicht aus.

Der Hintergrund: Im Februar 2025 hatte die Bank eine strategische Partnerschaft mit Visa verkündet. Eine Banksprecherin bestätigte dem Handelsblatt, dass das Mastercard-Portfolio nun in mehreren Tranchen durch Visa-Karten ersetzt wird.

Wer Mastercard behalten will, zahlt mehr

Kunden können ihre Mastercard behalten. Dafür müssen sie aber in ein Premium-Konto wechseln, das 12,90 Euro im Monat kostet. Das digitale Girokonto mit Visa-Karte kostet nur 4,90 Euro monatlich. Die Bank lenkt ihre Kunden damit klar zum neuen Visa-Angebot.

Für die praktische Nutzung ändert sich wenig. Beide Anbieter akzeptieren Zahlungen in über 200 Ländern. Wichtiger als die Wahl zwischen Visa und Mastercard sind für Kunden ohnehin Gebühren, Zusatzleistungen und Verfügungsrahmen – und die bestimmt allein die Bank.

Tagesgeschäft läuft trotz Übernahmekampf weiter

Der Kartentausch zeigt: Die Commerzbank treibt ihr operatives Geschäft trotz der laufenden Auseinandersetzung mit UniCredit unbeirrt voran. Der italienische Großaktionär hat seine Beteiligung zuletzt auf mehr als 44 Prozent ausgebaut. Damit ist der Übernahmekampf in eine entscheidende Phase getreten.

Die Commerzbank betont dennoch, an ihrer Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030″ festzuhalten. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 legt die Bank am 6. August vor.

Aktie nahe Jahreshoch

Von der Umstellung im Kartengeschäft zeigt sich die Aktie unbeeindruckt. Am Montag notiert das Papier bei 38,50 Euro, ein Minus von 0,44 Prozent gegenüber dem Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, markiert am 19. Juni, fehlen nur rund 0,9 Prozent.

Der Aufwärtstrend bleibt intakt: Auf Monatssicht steht ein Plus von 4,73 Prozent, auf Jahressicht summiert sich der Kursgewinn auf 33,68 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 34,44 Euro beträgt der Abstand 11,79 Prozent – ein Zeichen für den robusten Trend, den sowohl das operative Geschäft als auch die Übernahmedynamik rund um UniCredit stützen.

Ob der Kartenwechsel das Provisionsergebnis oder die Kundenbindung spürbar beeinflusst, zeigen frühestens die kommenden Quartalsberichte. Bis dahin bleibt der Übernahmekampf mit UniCredit das dominierende Thema für die Aktie.

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