Die Staatsanwaltschaft Frankfurt stellt die Ermittlungen gegen UniCredit ein. Der Vorwurf der Marktmanipulation ist vom Tisch. Damit verschwindet ein zentrales Argument der Übernahmekritiker – und der Druck auf die Commerzbank wächst weiter.
UniCredit hält inzwischen rund 47,6 Prozent des Kapitals. Bei den Stimmrechten sind es sogar knapp 49,65 Prozent. Grund dafür sind eigene Aktien der Commerzbank, die kein Stimmrecht haben. Die faktische Mehrheit auf der Hauptversammlung ist damit nur noch einen kleinen Schritt entfernt.
Fokus auf die EZB
Mit dem Ende der strafrechtlichen Prüfung rückt die Bankenaufsicht ins Zentrum. Die Europäische Zentralbank muss grünes Licht geben, wenn UniCredit die Beteiligung auf über 50 Prozent erhöhen oder eine vollständige Übernahme starten will. Geprüft werden die Stabilität eines fusionierten Konzerns und die Folgen für den Wettbewerb.
Das Management der Commerzbank um CEO Bettina Orlopp hält derweil an der Strategie „Momentum 2030″ fest. Für 2026 hat sich das Institut ein Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro gesetzt. Die Frage: Reicht das, um die verbliebenen freien Aktionäre gegen das Tauschangebot der Italiener zu überzeugen? Derzeit ist das Angebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier rechnerisch weniger attraktiv als noch vor Wochen – der Kurs der Frankfurter Bank ist seither gestiegen.
Die Commerzbank-Aktie notiert am Freitag bei 37,77 Euro, ein Minus von 0,13 Prozent. Auf Jahressicht steht das Papier dennoch 33 Prozent im Plus. Der RSI liegt mit 51,6 im neutralen Bereich. Die Entscheidung liegt nun bei der EZB.
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