Der Übernahmekampf um die Commerzbank eskaliert. Das Management erhebt schwere Vorwürfe gegen die UniCredit. Es geht um irreführende Zahlen, verzehnfachte Wertpapierleihen und den Verdacht auf verdeckte Absprachen.
Die Illusion der Annahmequote
Laut UniCredit liegt die Annahmequote für das Übernahmeangebot inzwischen bei knapp elf Prozent. Die Commerzbank hält diese Zahl für eine Nebelkerze. Nach eigenen Analysen hat kein einziger institutioneller Investor seine Papiere angedient. Auch bei den Privatanlegern liegt die Quote bei verschwindend geringen 0,05 Prozent.
Die angedienten Papiere stammen offenbar fast ausschließlich von Parteien aus dem Umfeld der Italiener. Zeitgleich beobachtet die Commerzbank eine massive Zunahme bei der Wertpapierleihe. Seit Ankündigung der Übernahme hat sich das Volumen verzehnfacht. Das Frankfurter Management vermutet hier einen direkten Zusammenhang. Das Ziel: eine künstlich aufgeblähte Akzeptanz.
Ein Angebot ohne wirtschaftlichen Sinn
Ein Blick auf den Aktienkurs stützt die Skepsis. Am Mittwoch schloss die Commerzbank-Aktie bei 36,07 Euro. Das Papier notiert damit gut 30 Prozent höher als vor einem Jahr. Die UniCredit bietet jedoch kein Bargeld, sondern einen Aktientausch an. Für jede Commerzbank-Aktie gibt es 0,485 UniCredit-Anteile.
Dieser Tauschwert liegt rund 2,30 Euro unter dem aktuellen Börsenkurs. Eine Annahme des Angebots ergibt für reguläre Aktionäre schlicht keinen Sinn. Die Commerzbank vermutet daher verdeckte Ausgleichsvereinbarungen im Hintergrund. Der Vorstand empfiehlt den Aktionären strikt, das Angebot abzulehnen.
Langer Weg durch die Instanzen
Die reguläre Frist für das Angebot endet am 16. Juni 2026. Danach folgt voraussichtlich eine verlängerte Annahmephase bis Anfang Juli. Bis dahin fordert die Commerzbank von der Finanzaufsicht BaFin Klarstellungen zu den Derivategeschäften. Ein schneller Abschluss ist ohnehin ausgeschlossen. Wegen regulatorischer Hürden rechnet UniCredit frühestens 2027 mit einem Vollzug.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
