Rekorddividende trifft Bonusärger: Bei der Commerzbank überlagern sich zum Wochenstart zwei Themen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Am Montag fließt die Dividende, während die Hauptversammlung weiter nachwirkt. Im Hintergrund bleibt UniCredit mit knapp 30 Prozent Beteiligung und einer Frist bis zum 3. Juli der eigentliche Kurstreiber.
Rekorddividende vor Auszahlung
Wer die Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhalten will, musste die Aktien vor dem Ex-Tag am 21. Mai im Depot haben. Die Auszahlung ist für den 26. Mai terminiert.
Die Ausschüttung fällt rund 70 Prozent höher aus als im Vorjahr. Zusammen mit bereits abgeschlossenen Aktienrückkäufen von rund 1,5 Milliarden Euro reicht die Commerzbank damit insgesamt etwa 2,7 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner weiter.
Das ist mehr als eine freundliche Geste. Die Bank unterstreicht damit ihren Anspruch, Kapital konsequent zurückzugeben und zugleich den eigenständigen Kurs zu verteidigen. Genau dieser Punkt ist politisch wie strategisch sensibel, seit UniCredit den Druck erhöht.
Knof verliert Bonusanteil
Für Gesprächsstoff sorgt der Fall Manfred Knof. Der frühere Vorstandschef muss wegen eines nicht gemeldeten Treffens mit UniCredit-Chef Andrea Orcel Einbußen bei seiner variablen Vergütung hinnehmen.
„Der Aufsichtsrat hat die variable Vergütung von Herrn Dr. Knof für das Geschäftsjahr 2024 um 30 Prozent gekürzt“, sagte Aufsichtsratschef Jens Weidmann auf der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat sah eine Pflichtverletzung darin, dass Knof den Vorstand nicht über das Treffen informierte.
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Das Treffen soll im September 2024 bei Knof zu Hause stattgefunden haben. Aufsichtsrat und Knofs Nachfolgerin Bettina Orlopp erfuhren laut früherer Darstellung erst 2025 aus der Presse davon.
Brisant ist der Zeitpunkt. Kurz zuvor war UniCredit bei der Commerzbank als Großaktionärin eingestiegen. Damit bekommt ein zunächst interner Governance-Vorgang eine strategische Dimension.
Aktionäre stützen Eigenständigkeit
Die Hauptversammlung vom 20. Mai billigte alle Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit. Die Anteilseigner stellten sich damit hinter die Strategie „Momentum 2030“ und den eigenständigen Kurs der Bank.
Am Markt bleibt die Aktie trotz des politischen und strategischen Drucks stabil. Am Freitag schloss sie bei 36,16 Euro und legte um 0,14 Prozent zu; im Monatsvergleich beträgt das Plus 3,85 Prozent. Der Abstand zur 200-Tage-Linie liegt bei 7,74 Prozent, während der RSI mit 80,6 eine überhitzte technische Lage zeigt.
Das Chartbild wirkt damit stark, aber nicht spannungsfrei. Die Aktie hat viel vorweggenommen, und der UniCredit-Vorstoß kann jede technische Marke schnell zweitrangig machen.
Bis zur Annahmefrist am 3. Juli bleibt der Übernahmeversuch der zentrale Faktor. Die Dividende liefert kurzfristig Rückenwind für die Aktionärsstory, die Bonuskürzung erinnert an die Brisanz der UniCredit-Kontakte — und der Kurs hängt weiter daran, ob aus strategischem Druck ein verbindlicher Deal wird.
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