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Commerzbank Aktie: Knof-Vergütung um 30 Prozent gekürzt

Ex-CEO Knof erhält Gehaltskürzung wegen verschwiegenem UniCredit-Treffen, während operative Rekordzahlen die Übernahmeofferte überschatten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gehaltskürzung für Ex-CEO Knof
  • UniCredit-Übernahmeangebot wenig angenommen
  • Operativer Gewinn steigt deutlich
  • Charttechnisch überkauft, Analysten optimistisch

Ein nicht gemeldetes Treffen mit dem UniCredit-Chef beschert Ex-CEO Manfred Knof eine Gehaltskürzung von 30 Prozent – ausgerechnet in dem Moment, in dem die Commerzbank operativ so stark dasteht wie lange nicht. Die Aktie notierte am Freitag bei 36,91 Euro, ein Plus von 0,63 Prozent und nur gut zwei Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Vergütungskürzung nach verschwiegenem Kontakt

Das Kontrollgremium der Commerzbank hat die Vergütung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Knof um knapp ein Drittel reduziert. Grund: Er hatte ein Treffen mit Andrea Orcel, dem Chef der italienischen Großbank UniCredit, nicht gemeldet. Da UniCredit inzwischen 38,87 Prozent der Anteile kontrolliert – 26,77 Prozent direkt, weitere 12,10 Prozent über Derivate –, wertet der Aufsichtsrat das Verschweigen als schweren Verstoß gegen interne Transparenzregeln.

Die Sanktion zeigt, wie angespannt das Verhältnis zum größten Aktionär ist. Parallel dazu kommt das Übernahmeangebot der Italiener nicht vom Fleck.

Übernahmeofferte verhallt

UniCredit bietet den Tausch einer Commerzbank-Aktie in 0,485 eigene Papiere. Doch das stößt auf wenig Gegenliebe: Bis zuletzt haben nur 1,1 Prozent der Anteilseigner das Angebot angenommen. Die Frist läuft noch bis zum 3. Juli.

Die Zurückhaltung der Aktionäre ist nachvollziehbar. Die Commerzbank läuft operativ auf Hochtouren: Der operative Gewinn stieg im ersten Quartal um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte um neun Prozent auf 913 Millionen Euro zu. Das Management hob die Jahresprognose auf mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettoergebnis an.

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Technische Bremsspur

Aus charttechnischer Sicht mahnt der RSI von 72,5 zur Vorsicht. Werte über 70 gelten als überkauft – kurzfristige Gewinnmitnahmen sind nicht ausgeschlossen. Die Analysten von Barclays sehen dennoch Luft nach oben: „Overweight“ mit Kursziel 42 Euro.

Auf der jüngsten Hauptversammlung sprachen sich 99,88 Prozent der Aktionäre für die Dividende von 1,10 Euro aus. Ein klares Votum für die Eigenständigkeit – solange UniCredit keine signifikante Prämie zum aktuellen Marktwert bietet.

Bis zum 3. Juli bleibt den Italienern Zeit, ihr Angebot nachzubessern. Sonst dürfte die Übernahme Geschichte sein, bevor sie richtig begonnen hat.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.