Am 20. Mai 2026 trifft sich die Commerzbank in Wiesbaden zur ersten physischen Hauptversammlung seit Jahren — und der Termin hat es in sich. Zur Abstimmung stehen nicht nur eine Rekorddividende und starke Jahreszahlen, sondern auch die Zukunft der Bank selbst.
Rekordjahr trifft auf Übernahmedruck
2025 lief für die Commerzbank außergewöhnlich gut. Mit einem bereinigten Nettogewinn von rund drei Milliarden Euro übertraf das Institut die eigenen Ziele deutlich. Die Aktionäre profitieren davon direkt: Die Dividende steigt um rund 70 Prozent auf 1,10 Euro je Aktie. Zusammen mit dem bereits abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro fließen insgesamt 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurück.
Das Timing ist kein Zufall. Die großzügige Ausschüttung ist auch eine Botschaft an die Aktionäre: Das Management will die Bank eigenständig halten — und macht das mit harten Zahlen deutlich.
UniCredit wartet mit verbessertem Angebot
Der unerwünschte Großaktionär aus Mailand hält inzwischen knapp unter 30 Prozent der Commerzbank-Aktien — rund 26 Prozent direkt, weitere rund vier Prozent über Total-Return-Swaps. Mit einem für Anfang Mai erwarteten Tauschangebot will UniCredit die 30-Prozent-Schwelle überschreiten, was nach deutschem Übernahmerecht automatisch eine Angebotspflicht gegenüber allen übrigen Aktionären auslöst.
Das ursprüngliche Angebot entsprach einem Wert von rund 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie — ein reiner Aktientausch ohne nennenswerte Prämie. Frankfurter Führungsgremien verweisen auf durchschnittliche Analystenziele von 38 Euro und werten die bisherige Offerte als taktisches Manöver. Dass die Aktie zuletzt stabil über diesem Angebotspreis notierte, deutet darauf hin, dass der Markt mit einer Nachbesserung rechnet. UniCredit prüft intern offenbar höhere Prämien und einen größeren Baranteil — konkrete Zahlen liegen bislang nicht vor.
Erschwerend kommt hinzu: Die Bundesregierung hält zwölf Prozent an der Commerzbank und lehnt eine Übernahme strikt ab. Auch Betriebsratschef Sascha Uebel kritisierte das Vorgehen von UniCredit-Chef Orcel als „geschäftsschädigend“ — zulasten der Mittelstandskunden und der Belegschaft.
Entscheidung zieht sich bis in den Sommer
Die nächsten Wochen verdichten sich zu einem straffen Terminkalender:
- 8. Mai 2026: Quartalszahlen Q1
- 20. Mai 2026: Hauptversammlung in Wiesbaden
- 21. Mai 2026: Ex-Tag für die Dividende
- 25. Mai 2026: Dividendenauszahlung
Ein abschließendes Ergebnis der Übernahmeofferte ist frühestens Ende Juni oder im Juli zu erwarten. Ein vollständiger Abschluss gilt wegen regulatorischer Hürden erst für 2027 als realistisch.
Einen kleinen Dämpfer gibt es für das laufende Jahr: Für 2026 peilt die Commerzbank einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro an — die Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro verfehlt das Institut damit knapp. Wer bis zum 20. Mai investiert bleibt, kassiert die Rekorddividende aus dem Ausnahmejahr 2025 und bekommt gleichzeitig einen Platz in der ersten Reihe eines Übernahmekampfes, der erst im Sommer in seine entscheidende Phase tritt.
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