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Commerzbank Aktie: Gewinnziel auf 3,4 Milliarden angehoben

Commerzbank hebt Jahresziel an und meldet starkes Quartal. Die EZB prüft nun die UniCredit-Beteiligung, während Analysten Übernahmeszenarien bewerten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EZB prüft UniCredit-Aufstockung
  • Gewinnprognose auf 3,4 Milliarden erhöht
  • Operatives Ergebnis steigt um 17 Prozent
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch

Die BaFin hat den Antrag der UniCredit auf eine Aufstockung ihrer Beteiligung an der Commerzbank auf über 30 Prozent als vollständig eingestuft und zur endgültigen Entscheidung an die EZB-Bankenaufsicht weitergeleitet. Die reguläre Prüffrist der EZB beträgt 60 Arbeitstage. Damit rückt eine formale Weichenstellung im Übernahmepoker näher, während die Commerzbank operativ gleichzeitig ihre bislang stärkste Phase seit Jahren verbucht.

Der Vorstand hob am heutigen Mittwoch die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an: Statt „mehr als 3,2 Milliarden Euro“ peilt die Bank nun ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Die Anhebung folgt auf ein starkes zweites Quartal, in dem sich der Gewinn nahezu verdoppelte.

Starkes zweites Quartal treibt die Zuversicht

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Commerzbank ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 1.367 Millionen Euro, verglichen mit 1.169 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Das Nettoergebnis nach Steuern kletterte auf 898 Millionen Euro, nach 462 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Erträge legten um 9 Prozent auf 3.299 Millionen Euro zu, getragen unter anderem von einem um 7 Prozent gestiegenen Provisionsüberschuss von 1.076 Millionen Euro.

Parallel zu den Zahlen kündigte die Bank eine weitere Tranche für Aktienrückkäufe an. Insgesamt soll die Kapitalrückführung für das laufende Jahr ein Volumen von 3,2 Milliarden Euro erreichen. Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp erklärte bei der Bilanzvorlage, sie sei zu „konstruktiven Gesprächen“ mit der Großaktionärin UniCredit bereit – ein Signal, das angesichts der schwebenden Beteiligungsfrage besonderes Gewicht erhält.

Übernahmefantasie treibt Analystenurteile

Am Montag hob die DZ Bank ihren fairen Wert für die Commerzbank-Aktie von 42 auf 46 Euro an und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. Analyst Philipp Häßler wertet eine vollständige Übernahme durch UniCredit inzwischen als Basisszenario. Bereits am Freitag zuvor hatte RBC die Aktie von „Sector Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und das Kursziel von 37 auf 43 Euro erhöht.

Medienberichten zufolge kontrolliert die UniCredit inzwischen rund 48 Prozent der Commerzbank-Aktien einschließlich Instrumenten und könnte nach Abschluss eigener Aktienrückkäufe eine Stimmrechtsmehrheit von knapp 50 Prozent erreichen – eine Einschätzung, die bislang nicht offiziell bestätigt ist.

Kurs nahe Jahreshoch

Die Aktie schloss am Dienstag bei 39,20 Euro und liegt damit nur 1,63 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro, das erst kürzlich, am 6. August, markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 8,59 Prozent zu Buche. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 37,60 Euro besteht ein Abstand von 4,26 Prozent nach oben, was die anhaltende Aufwärtsdynamik unterstreicht.

Neben dem Übernahmepoker treibt die Bank auch ihr Kerngeschäft voran: Sie baute ihre strategischen Partnerschaften im Bereich Künstlicher Intelligenz mit Google und Microsoft aus. Zudem verzeichnete sie bei der Nachwuchsgewinnung mit rund 12.000 Bewerbungen für 320 Ausbildungs- und duale Studienplätze ein Rekordhoch.

Die nächsten Quartalszahlen zum 30. September 2026 sind für den 5. November angesetzt – ein Termin, der angesichts der laufenden EZB-Prüfung zur Beteiligungsfrage zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten dürfte.

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Diskussion zu Commerzbank

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.