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Commerzbank Aktie: Fristende Dienstag Mitternacht

Eskalation im Übernahmepoker um die Commerzbank: Der Betriebsrat erstattet Strafanzeige gegen die UniCredit. Die BaFin prüft die Vorgänge.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strafanzeige des Betriebsrats gegen UniCredit
  • Management rät Aktionären vom Verkauf ab
  • BaFin prüft ungewöhnliche Andienungsmuster
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch

Kurz vor Ablauf der Annahmefrist eskaliert der Übernahmekampf um die Commerzbank. Der Betriebsrat hat eine Strafanzeige gegen die UniCredit erstattet. Parallel dazu rät das Management seinen Aktionären strikt von einem Verkauf ab.

Vorwürfe der Täuschung

Der Betriebsrat wirft der italienischen Großbank irreführende Praktiken vor. Zuvor hatte die Commerzbank bereits die gemeldete Annahmequote von knapp elf Prozent angezweifelt. Nach internen Daten hat bisher kein einziger institutioneller Investor seine Aktien eingereicht.

Die Folge: Die angedienten Papiere stammen offenbar fast vollständig aus dem direkten Umfeld der UniCredit. Diese Parteien hielten vor dem Angebot keine nennenswerten Anteile. Dies lässt die wirtschaftliche Logik der Annahmen fraglich erscheinen.

Ein weiteres Detail sorgt für Aufsehen. Seit der Ankündigung des Angebots stieg die Wertpapierleihe von Commerzbank-Aktien massiv an. Der Vorstand vermutet einen direkten Zusammenhang mit dem ungewöhnlichen Andienungsverhalten. Die Finanzaufsicht BaFin prüft die Vorgänge nun intensiv. Sie will noch vor Fristablauf für Klarheit sorgen.

Fristablauf und Aktienkurs

Die reguläre Annahmefrist endet am morgigen Dienstag um Mitternacht. Eine Verlängerung bis Anfang Juli ist theoretisch möglich. Am Markt herrscht derweil große Unsicherheit.

Die Commerzbank-Aktie ging am Freitag bei 36,76 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro. Auf Jahressicht steht ein sattes Plus von gut 28 Prozent auf der Kurstafel. Der Kurs hält sich zudem stabil über der wichtigen 50-Tage-Linie.

Das Commerzbank-Management beharrt auf seiner Eigenständigkeit. Die interne Strategie „Momentum 2030“ biete langfristig mehr Wertpotenzial als die Übernahme. Scheitert das Angebot der UniCredit an der geringen Beteiligung, rückt das operative Geschäft wieder in den Fokus. Die Ergebnisse der BaFin-Prüfung dürften den Kurs in den nächsten Tagen maßgeblich bestimmen.

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