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Commerzbank Aktie: EZB droht UniCredit mit Kapitalpuffer

Im Bieterstreit um die Commerzbank droht der UniCredit nun eine höhere Kapitalanforderung durch die EZB.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EZB droht mit Kapitalpuffer
  • Commerzbank wirft Marktmanipulation vor
  • Bund blockiert Squeeze-out der Aktionäre
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch

Der Ton zwischen Frankfurt und Mailand wird rauer. UniCredit drohen unerwartete Hürden durch die Europäische Zentralbank. Parallel dazu feuert die Commerzbank-Führung aus allen Rohren und ruft die Finanzaufsicht auf den Plan.

Aufsicht droht mit Kapitalpuffer

UniCredit-Chef Andrea Orcel räumte am Dienstag ein neues Risiko ein. Die Europäische Zentralbank könnte feststellen, dass die Italiener die Commerzbank bereits faktisch kontrollieren. Die Folge: UniCredit müsste zusätzliche harte Kernkapitalpuffer aufbauen.

Orcel wollte genau dieses Szenario eigentlich umgehen. Eine Vollkonsolidierung der Commerzbank würde die eigene Kernkapitalquote massiv belasten. Immerhin bringt das Frankfurter Institut eine Bilanzsumme von 609 Milliarden Euro mit. UniCredit hält derzeit mehr als 30 Prozent der Anteile. Über Derivate können die Italiener auf bis zu 42,5 Prozent aufstocken.

Vorwurf der Marktmanipulation

Die Commerzbank geht derweil zum Gegenangriff über. CEO Bettina Orlopp und ihr Team werfen der UniCredit direkte Marktmanipulation vor. Die Italiener sollen irreführende Informationen verbreitet haben.

Konkret geht es um veröffentlichte Andienungsquoten. Diese stammen laut Commerzbank nicht von freien Aktionären. Sie kommen überwiegend von Banken, die als Gegenparteien für UniCredit-Aktienderivate agieren. Die Frankfurter haben den Fall nun der Finanzaufsicht BaFin übergeben.

Bund blockiert Squeeze-out

Auf politischer Ebene bleibt der Widerstand bestehen. Der deutsche Staat hält rund 12 Prozent an der Commerzbank. Damit blockiert der Bund einen möglichen Squeeze-out der Minderheitsaktionäre. Dafür bräuchte UniCredit 90 Prozent der Stimmrechte.

Das Commerzbank-Management pocht weiter auf Eigenständigkeit. Aktienrückkäufe sollen das freie Angebot verknappen und den Kurs stützen. Operativ peilt die Bank für das Jahr 2026 einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an.

An der Börse zeigt sich das Papier unbeeindruckt vom Lärm. Die Aktie notiert am Mittwoch bei 38,13 Euro und verbucht ein leichtes Tagesplus. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Jahressicht steht ein sattes Plus von fast 33 Prozent auf der Anzeigetafel.

Das Zeitfenster für eine Entscheidung schließt sich. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der UniCredit läuft noch bis zum 3. Juli 2026. Die Ergebnisse der BaFin-Prüfung und die finale Haltung der EZB bestimmen nun den nächsten Zug der Italiener.

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