Der Mai wird zum Monat der Entscheidung. UniCredit hat für den 4. Mai eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen — der nächste formale Schritt im Übernahmepoker um die Commerzbank. Für Aktionäre verdichten sich die relevanten Termine nun auf wenige Wochen.
Tauschangebot liegt hinter dem Börsenkurs zurück
UniCredit hält bereits mehr als 29 Prozent an der Commerzbank — direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente. Das Mitte März angekündigte Tauschangebot sieht vor, je 0,485 neue UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie zu bieten. Das entspricht einem Gegenwert von 30,80 Euro je Anteil und einer Gesamtbewertung von knapp 35 Milliarden Euro. Der aktuelle Börsenkurs der Commerzbank liegt jedoch über diesem Tauschverhältnis — ein strukturelles Problem für UniCredit, das die Überzeugungsarbeit bei institutionellen Investoren erschwert.
Am 4. Mai sollen UniCredit-Aktionäre die Kapitalerhöhung genehmigen, die für das Angebot nötig ist: maximal 470 Millionen neue Stammaktien, ausschließlich für diesen Zweck. Vier Tage später, am 8. Mai, legt die Commerzbank ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vor.
Hauptversammlung als Stimmungstest
Der eigentliche Gradmesser folgt am 20. Mai: die ordentliche Hauptversammlung der Commerzbank in Frankfurt. Auf der Agenda steht unter anderem die geplante Dividende von 1,10 Euro je Aktie — Teil einer Gesamtausschüttung von rund 2,7 Milliarden Euro, was 100 Prozent des Nettoergebnisses vor Restrukturierungskosten entspricht. Die Basis dafür ist solide: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Commerzbank mit einem operativen Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro das beste Ergebnis ihrer Geschichte — ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Stimmt die Aktionärsmehrheit der Ausschüttungsstrategie zu, stärkt das die Abwehrposition des Managements. Eine Ablehnung würde UniCredit hingegen erheblich in die Hände spielen.
Erschwerend für die Mailänder: Die Bundesregierung hält zwölf Prozent an der Commerzbank und lehnt eine Übernahme weiterhin ab. UniCredit bräuchte also eine breite Mehrheit unter den verbleibenden institutionellen Investoren — bei einem Angebot, das unter dem aktuellen Marktpreis liegt.
Ergebnis frühestens im Sommer
Selbst wenn UniCredit das Angebot nach BaFin-Freigabe planmäßig im Mai veröffentlicht, ist ein Ergebnis frühestens Ende Juni oder im Juli 2026 zu erwarten. Der vollständige Transaktionsabschluss hängt von weiteren regulatorischen Genehmigungen ab und ist nach UniCredit-Einschätzung erst 2027 realistisch. Zusätzliche Unsicherheit bringt die Abhängigkeit der Commerzbank von zollsensiblen Branchen wie Maschinenbau und Automobil — ein Faktor, der das makroökonomische Umfeld für die Aktie belastet. Für das laufende Jahr erwartet die Commerzbank ein Nettoergebnis oberhalb von 3,2 Milliarden Euro, gestützt durch einen auf rund 8,5 Milliarden Euro angehobenen Zinsüberschuss.
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