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Commerzbank Aktie: Deutsche Bank will Firmenkunden abwerben

UniCredit plant einen Rückzug aus dem internationalen Geschäft; Genehmigungen und politische Forderungen prägen den weiteren Übernahmeprozess.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutsche Bank will internationale Firmenkunden gewinnen
  • UniCredit plant Rückzug aus Auslandsgeschäft
  • Für weitere Aktien fehlen Genehmigungen
  • Berlin fordert Schutz von Standort und Beschäftigten

Die geplante Übernahme durch UniCredit könnte die Commerzbank im Firmenkundengeschäft angreifbarer machen. Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Alexander von zur Mühlen bezeichnete das Vorhaben gestern als Chance für sein Haus. Sollte UniCredit das internationale Commerzbank-Geschäft wie angekündigt zurückfahren, könnten Kunden neue Bankpartner suchen. Die Deutsche Bank will diese Unternehmen in Deutschland und im Ausland gewinnen.

Internationales Geschäft als Angriffspunkt

Damit rückt neben den Übernahmegenehmigungen eine operative Frage in den Mittelpunkt: Wie lassen sich Kundenbeziehungen während eines möglichen Umbaus halten? Für Commerzbank-Anleger zählt nicht allein, ob UniCredit die Kontrolle erreicht. Ebenso wichtig ist, welches Geschäft die Bank unter einem neuen Eigentümer behalten soll.

UniCredit hat angekündigt, das internationale Commerzbank-Geschäft zurückzufahren. Von zur Mühlen sieht darin eine Gelegenheit, Firmenkunden für internationale Geschäfte zu gewinnen. Ein tatsächlicher Kundenabfluss ist damit nicht belegt. Die Aussage zeigt aber, dass ein Wettbewerber mögliche Veränderungen bereits als Vertriebschance betrachtet.

Der Unterschied ist für die Bewertung entscheidend: Eine regulatorisch mögliche Übernahme garantiert noch keinen wirtschaftlich reibungslosen Zusammenschluss. Die Kundenbindung wird damit zu einem Prüfstein der geplanten Neuordnung.

Kontrolle bedeutet nicht freie Hand

UniCredit hält knapp 30 % der Commerzbank-Anteile. Im Übernahmeangebot wurden knapp 20 % weitere Aktien angedient. Für deren Übernahme fehlen noch Genehmigungen verschiedener Behörden.

Die Transaktion ist deshalb weiterhin an Bedingungen geknüpft. Anleger müssen zwischen bereits angedienten Aktien und tatsächlich verfügbaren Stimmrechten unterscheiden.

Nach Abschluss der verbleibenden Verfahren erwartet UniCredit gegen Jahresende Zugang zu knapp 50 % der Stimmrechte und die Kontrolle. Die Commerzbank verweist allerdings darauf, dass grundlegende Strukturmaßnahmen Mehrheiten von 75 % erfordern. Eine Entscheidung der EU-Kommission wird voraussichtlich bis zum 16. November erwartet.

Damit bleiben Kontrollerwerb und weitreichende Strukturentscheidungen unterschiedliche Etappen. Auch nach einem erfolgreichen Abschluss wäre nicht jede Form des Umbaus ohne zusätzliche Zustimmung möglich.

Berlin setzt Bedingungen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Gespräche mit UniCredit gestern als konstruktiv. Deutschland fordert den Schutz Frankfurts als Finanzstandort, der Beschäftigteninteressen und der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Diese Forderungen betreffen zentrale Fragen der künftigen Ausrichtung. Gerade beim Mittelstandsgeschäft treffen die politischen Erwartungen auf das Interesse der Konkurrenz an möglichen wechselwilligen Kunden.

Für Commerzbank-Anleger ergibt sich daraus ein konkreter Maßstab: Neben den ausstehenden Genehmigungen zählen belastbare Aussagen zur internationalen Aufstellung und zur Sicherung der Kundenbeziehungen. Die angekündigten Ambitionen der Deutschen Bank machen deutlich, dass Wettbewerber einen möglichen Umbau nicht nur beobachten, sondern daraus Geschäft gewinnen wollen.

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Diskussion zu Commerzbank

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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