Starke Zahlen, höhere Ziele, neue Übernahmefantasie: Bei der Commerzbank laufen mehrere Treiber auf einmal zusammen. Das macht die Aktie spannend, aber auch schwerer zu lesen. UniCredit wirbt mit einer Aktienofferte, während Analysten dem Frankfurter Institut mehr zutrauen. Genau diese Mischung hält den Kurs in Bewegung.
Starke Zahlen, höhere Ziele
Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel von 40 auf 42 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt bei „Buy“. Analyst Benjamin Goy nennt als Gründe die soliden Quartalszahlen und die ambitionierteren Ziele des Vorstands.
JPMorgan bleibt vorsichtiger. Die US-Bank erhöhte ihr Kursziel von 36 auf 37 Euro, hält aber an „Neutral“ fest. Der Abstand zur Deutschen Bank zeigt, wie unterschiedlich der Markt die neue Ausgangslage bewertet.
Im Strategieprogramm peilt die Commerzbank eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent an. Für das laufende Jahr hob der Vorstand das Ziel für den Nettogewinn auf mindestens 3,4 Milliarden Euro. Beides stützt die These, dass die Bank operativ stärker dasteht als noch vor wenigen Jahren.
Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn lag zuletzt bei 913 Millionen Euro. Damit übertraf die Bank den Konsens von 868 Millionen Euro. Das ist kein kleiner Ausreißer, sondern passt zum Bild steigender Ertragskraft.
Der Provisionsüberschuss stieg um 8,9 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro. Die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich auf 53,4 Prozent. Gerade diese Kostenkontrolle ist wichtig, weil sinkende Leitzinsen den Zinsüberschuss belasten können.
UniCredit-Offerte mit Haken
UniCredit reichte am 5. Mai eine Offerte ein: 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Eine Bar-Komponente enthält das Angebot nicht. Damit hängt der Wert für Commerzbank-Aktionäre direkt am Kurs der italienischen Bank.
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Diese Struktur erklärt die Zurückhaltung. Der Vorstand und Marktbeobachter werten die Offerte in der aktuellen Form als wenig attraktiv. Hinzu kommt, dass die erwarteten Synergien bislang nicht sehr konkret wirken.
Bei 35,83 Euro lag der Schlusskurs am Dienstag, nach einem Minus von 3,32 Prozent in der Wochenfrist. Auf Jahressicht bleibt ein Plus von 37,12 Prozent.
Der RSI von 86,1 wirkt kurzfristig überhitzt. Die Aktie ist also nicht nur von Fundamentaldaten getrieben, sondern auch von Erwartung und Taktik im Übernahmepoker.
Hauptversammlung rückt näher
Am Mittwoch endet die Anmeldung für die Hauptversammlung am 20. Mai. Auf der Tagesordnung steht eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie. Außerdem sollen Aktionäre über eine neue Ermächtigung für Aktienrückkäufe von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals abstimmen.
Die Auszahlung der Dividende ist für den 26. Mai geplant, der Ex-Tag fällt auf den 21. Mai. Der längerfristige Plan sieht eine volle Ausschüttung des Gewinns vor, sofern die regulatorischen Bedingungen erfüllt sind.
Am 20. Mai steht damit mehr als Routine auf der Agenda. Die Commerzbank kann operative Stärke vorweisen. UniCredit muss dagegen erklären, warum eine reine Aktienofferte ohne Baranteil genug Zugkraft entwickeln soll.
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