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Commerzbank Aktie: Bundesregierung erteilt UniCredit-Veto

Berlin lehnt das Übernahmeangebot der UniCredit ab und stärkt die Eigenständigkeit der Commerzbank. Der Markt reagiert verhalten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bund gibt keine Aktien ab
  • Angebot ohne angemessene Prämie
  • Commerzbank als Mittelstandspfeiler
  • UniCredit hält 37 Prozent Stimmrechte

Am finalen Tag der Annahmefrist macht die Bundesregierung ernst. Berlin erteilt dem Übernahmeangebot der italienischen UniCredit eine deutliche Absage. Die Finanzagentur des Bundes reicht ihre verbliebenen Commerzbank-Aktien nicht ein. Damit stellt sich der Staat demonstrativ hinter die Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts.

Keine Prämie, klare Ansage

Der zuständige Lenkungsausschuss hält das Tauschangebot wirtschaftlich für unattraktiv. Laut der Finanzagentur fehlt eine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs. Der Bund hält aktuell noch rund zwölf Prozent an der Commerzbank.

Neben dem Preis nennt Berlin strategische Gründe. Das Institut sei ein zentraler Pfeiler für den deutschen Mittelstand. Das Vorgehen der Italiener nannte der Bund in diesem Kontext explizit aggressiv.

Markt zweifelt am Deal

An der Börse verschieben sich derweil die Relationen. Die Commerzbank-Aktie gewinnt knapp ein Prozent und notiert bei 36,50 Euro. Auffällig: Der Börsenpreis liegt erstmals unter dem rechnerischen Wert der UniCredit-Offerte von rund 37,25 Euro.

Der Abschlag signalisiert wachsende Skepsis im Markt. Das Veto der Bundesregierung zementiert die politischen Hürden. Technisch präsentiert sich das Papier dennoch robust. Der Kurs verläuft komfortabel über den wichtigen Trendlinien. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein solides Plus von gut 27 Prozent.

Orcels Machtbasis wächst

UniCredit-Chef Andrea Orcel baut seine Position trotzdem aus. Die Mailänder Großbank kontrolliert mittlerweile rund 37 Prozent der Stimmrechte. Dieser Block setzt sich aus Direktbeteiligungen und angedienten Aktien zusammen. Hinzu kommen Finanzderivate.

Die Italiener haben die wichtige Schwelle von 30 Prozent überschritten. Damit können sie bei der nächsten Hauptversammlung wesentliche Beschlüsse beeinflussen. Auch eigene Vertreter im Aufsichtsrat rücken in greifbare Nähe. Die Folge: ein Machtkampf auf Raten.

Am 19. Juni gibt UniCredit die offizielle Annahmequote bekannt. Danach startet eine gesetzliche Nachfrist bis zum 3. Juli. Da der Bund als zweitgrößter Aktionär blockiert, rückt eine vollständige Übernahme in weite Ferne. Ohne eine drastische Nachbesserung des Preises bleibt der Deal vorerst auf Eis.

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