Der Übernahmekampf um die Commerzbank eskaliert kurz vor Fristende. Am kommenden Dienstag läuft das Tauschangebot der UniCredit aus. Nun schaltet sich die deutsche Finanzaufsicht ein. Die BaFin prüft offiziell die gemeldeten Annahmequoten der Italiener.
Zweifel an der Annahmequote
Hintergrund sind Beschwerden über mangelnde Transparenz. UniCredit meldete zuletzt eine Annahmequote von rund 11,2 Prozent. Damit stiege die Gesamtbeteiligung inklusive Derivaten auf über 37 Prozent. Das Management der Commerzbank bezweifelt diese Zahlen massiv. Die Frankfurter vermuten technische Buchungen von Parteien aus dem direkten Umfeld der Italiener.
Börsenkurs schlägt Angebot
Ein Blick auf den Aktienkurs erklärt die Zurückhaltung der Investoren. UniCredit bietet 0,485 eigene Papiere für eine Commerzbank-Aktie. Der rechnerische Wert dieser Offerte liegt deutlich unter dem aktuellen Marktniveau. Am Freitag schloss die Commerzbank bei 36,88 Euro.
Damit notiert der Kurs rund sechs Prozent über dem Angebot. Ein Verkauf über die Börse bringt Aktionären schlicht mehr Erlös. Die Folge: Ein Tausch lohnt sich derzeit nicht. Die Aktie zeigt sich ohnehin robust. Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 32 Prozent. Der Kurs verläuft sicher über dem 50-Tage-Durchschnitt von 35,65 Euro.
Zinsen stützen Eigenständigkeit
Rückenwind liefert die Europäische Zentralbank. Die Währungshüter hoben den Einlagensatz am Donnerstag auf 2,25 Prozent an. Das stützt die Zinsmarge der Frankfurter Bank. Die Strategie der Eigenständigkeit gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit.
Am Dienstag fällt die erste Entscheidung. Bleibt die Annahmequote der UniCredit niedrig, geraten die Italiener unter Zugzwang. Sie müssen dann entweder finanziell nachbessern oder ihre Strategie ändern. Parallel dazu stehen wichtige Makrodaten an. Am Montag folgen die deutschen Großhandelspreise, am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen. Diese Zahlen zeigen den Zustand des deutschen Mittelstands. Das ist das wichtigste Geschäft der Commerzbank.
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