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Commerzbank Aktie: BaFin prüft Andienungs-Meldung

Commerzbank wirft UniCredit irreführende Darstellung vor. Die BaFin prüft Transparenzverstöße beim laufenden Übernahmeangebot.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BaFin soll Übernahmeangebot prüfen
  • Commerzbank kritisiert UniCredit-Darstellung
  • Angebotswert liegt unter Börsenkurs
  • Eigenständige Strategie mit Gewinnwachstum

Die Commerzbank zieht im Abwehrkampf gegen UniCredit die Aufsichtsbehörde hinzu. Der Vorwurf: Die Mailänder Bank soll mit ihrer Erfolgsmeldung über das laufende Übernahmeangebot ein verzerrtes Bild zeichnen.

Streit um die Qualität der Andienungen

Am 2. Juni meldete UniCredit, dass ihr bereits 7,58 Prozent der Commerzbank-Aktien im Rahmen des Tauschangebots angedient wurden — ein Signal, das Zustimmung suggeriert. Die Commerzbank widerspricht dieser Lesart scharf. Rund 2,06 Prozent dieser Position entfallen demnach allein auf Nomura, die als Derivategegenpartei für UniCredit fungiert. Von unabhängigen institutionellen Investoren sei kaum etwas dabei. Bei Privataktionären liege die Andienungsquote bei gerade einmal 0,05 Prozent.

Mit anderen Worten: Die gemeldeten Andienungen spiegeln keine echte Zustimmung des freien Markts wider — so die Lesart der Commerzbank. Die BaFin muss nun prüfen, ob UniCredit damit Transparenzregeln verletzt hat.

Warum das Angebot kaum zieht

Der Kern des Problems ist die Bewertung. Das UniCredit-Angebot sieht den Tausch von einer Commerzbank-Aktie gegen 0,485 UniCredit-Anteile vor. Rechnerisch liegt der implizite Wert dieses Angebots unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank. Die Aktie schloss gestern bei 36,30 Euro — unabhängige Aktionäre hätten beim Andienen also Geld auf dem Tisch gelassen.

Für UniCredit ist das strategisch dennoch kein Rückschlag. Durch das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle — die Gesamtposition aus Direktbesitz und angedienten Aktien beträgt 34,4 Prozent — entfällt die Pflicht zur Abgabe eines neuen Pflichtangebots bei weiteren Zukäufen. UniCredit kann künftig flexibler am freien Markt zukaufen.

Commerzbank kontert mit Zahlen

Die Commerzbank-Führung setzt ihrer Abwehr operative Substanz entgegen. Im ersten Quartal 2026 erzielte die Bank einen Nettogewinn von 913 Millionen Euro, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn stieg auf 1,4 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 12,7 Prozent.

Langfristig zielt die Strategie „Momentum 2030″ auf ein Nettoergebnis von 5,9 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent. Die Botschaft an die Aktionäre: Das Unternehmen ist allein mehr wert als das, was UniCredit bietet.

JPMorgan bewertet die Aktie neutral mit einem Kursziel von 37,00 Euro — knapp über dem aktuellen Kurs, aber klar unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro, das erst Anfang Juni markiert wurde.

Die Annahmefrist für das UniCredit-Angebot läuft bis zum 16. Juni 2026. Bis dahin entscheidet auch die BaFin, ob sie die Kommunikation der Mailänder Bank beanstandet — mit potenziellen Folgen für den weiteren Ablauf des Verfahrens.

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