Noch bis zum 16. Juni haben die Aktionäre der Commerzbank Zeit, über die Annahme des UniCredit-Angebots zu entscheiden. Die Offerte der Italiener liegt mit 35,36 Euro unter dem aktuellen Kurs von 36,91 Euro. Das Management stemmt sich mit einer eigenen Strategie gegen die Übernahme.
Ein Angebot unter Marktwert
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Bei einem Schlusskurs von rund 72,91 Euro für die Mailänder Bank ergibt sich ein impliziter Wert von 35,36 Euro – ein Abschlag von gut vier Prozent zum aktuellen Kurs. Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni, eine Verlängerung bis zum 3. Juli ist möglich.
Barclays stuft die Commerzbank weiterhin mit „Overweight“ ein. Analysten sehen Nachbesserungspotenzial aufseiten der Italiener, aber auch die eigenständige Perspektive als wertsteigernd.
Beschäftigungssicherung als Teil der Gegenstrategie
Parallel dazu unterstreicht die Commerzbank ihren eigenständigen Kurs. Kürzlich wurde eine Schutzvereinbarung für die rund 39.000 Mitarbeiter mit ver.di und dem Gesamtbetriebsrat getroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sind faktisch ausgeschlossen. Die Einigung ist Teil der angepassten Strategie „Momentum“.
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Das Management signalisiert damit Geschlossenheit gegenüber den Übernahmeplänen. Die operative Eigenständigkeit soll durch höhere Profitabilität untermauert werden.
Ausblick: Terminwoche mit Signalwirkung
In der neuen Woche rückt die Goldman-Sachs-Konferenz in Zürich am Donnerstag, den 4. Juni, in den Fokus. Marktteilnehmer erwarten dort weitere Details zur Strategie „Momentum“ und zur geplanten Kapitalrückgabe. Zudem könnte die EZB-Zinssitzung am 11. Juni Impulse für den gesamten Bankensektor liefern.
Die Aktie notierte freitags bei 36,91 Euro – ein Plus von 2,1 Prozent im Wochenvergleich. Die Spanne der letzten 52 Wochen reicht von 26,53 Euro bis 37,75 Euro. Mit der Goldman-Präsentation und dem drohenden Annahmeschluss stehen die nächsten Weichen für die Eigenständigkeit oder die Annäherung an Mailand.
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