Die Commerzbank hat auf ihrer Hauptversammlung eine klare Botschaft gesendet: Das Übernahmeangebot der UniCredit stößt auf breite Ablehnung. Die Aktionäre stärkten dem Management den Rücken. Nur ein Bruchteil hatte das Angebot der Italiener bislang angenommen.
Bewertungslücke bleibt
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Papier. Das bewertet das Institut mit rund 39 Milliarden Euro – die Marktkapitalisierung liegt bei fast 41 Milliarden.
Bislang haben nur 0,0059 Prozent der Aktionäre angedient. Vorstand und Aufsichtsrat raten weiterhin von der Annahme ab. Ihnen fehlt eine angemessene Prämie und ein überzeugender Integrationsplan.
Aktionäre stehen hinter Orlopp
Auf der Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden passierten alle Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit. Die Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhielt 99,88 Prozent Zustimmung. Zusammen mit den Aktienrückkäufen fließen 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück.
Chefin Bettina Orlopp bezeichnete das Angebot als Restrukturierungsvorschlag. Es greife massiv in das bewährte Geschäftsmodell ein. Aufsichtsratschef Jens Weidmann warnte vor höheren Risiken – etwa durch italienische Staatsanleihen und notleidende Kredite.
Eigenständige Pläne
Die Commerzbank setzt auf ihre „Momentum 2030“-Strategie. Das Ziel: eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent und ein Gewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro bis 2026.
UniCredit hält derweil 29,99 Prozent der Aktien direkt. Über Finanzinstrumente kontrolliert sie 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund sitzt noch auf rund 12 Prozent.
Aktie nahe Hoch
Die Commerzbank-Aktie notierte zuletzt bei 36,16 Euro. Das sind knapp vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Der RSI liegt bei 80,6 – der Markt ist kurzfristig überkauft.
Analysten bleiben positiv. Barclays nennt ein Kursziel von 42 Euro. Das mediane Kursziel liegt bei 41,50 Euro.
Die Hauptversammlung hat dem Management den Rücken gestärkt. Der Handlungsspielraum für die eigenständige Strategie ist gesichert. Solange UniCredit kein verbessertes Angebot vorlegt, bleibt die Commerzbank auf ihrem Weg.
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