Eigenständigkeit muss bei der Commerzbank jetzt messbar werden. Kurz vor der Hauptversammlung schärft der Vorstand seine Strategie gegen die Übernahmepläne von UniCredit. Der Hebel dafür heißt KI: weniger Kosten, mehr Effizienz, höhere Rendite.
Für Aktionäre wird die Woche damit doppelt wichtig. Es geht um Dividende und Rückkäufe. Es geht aber auch um die Frage, ob die Bank den Markt von ihrem Alleingang überzeugen kann.
KI soll Gewinnziel stützen
Vorstandschefin Bettina Orlopp hat die Umbaupläne konkretisiert. Die Commerzbank plant den Abbau von rund 3.000 Stellen. Betroffen sind vor allem externe Call-Center und Teile der IT.
Viele dieser Aufgaben sollen künftig KI-Systeme übernehmen. Betriebsbedingte Kündigungen will die Bank vermeiden. Der Umbau ist Teil der Strategie „Momentum 2030“.
Bis zum Ende des Jahrzehnts peilt die Commerzbank einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro an. Die Eigenkapitalrendite soll auf 21 Prozent steigen. Kurz gesagt: Die Bank will zeigen, dass sie allein profitabler werden kann.
Hauptversammlung mit Kapitalthemen
Am 20. Mai steht in Wiesbaden die Hauptversammlung an. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Die geplante Gesamtausschüttung liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro.
Bei Zustimmung handelt die Aktie am Folgetag ex Dividende. Die Auszahlung ist für den 26. Mai geplant. Außerdem steht eine Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien auf der Agenda.
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Diese Ermächtigung soll bis zu 10 Prozent des Grundkapitals umfassen. Das ist keine Rückkauf-Ankündigung. Es schafft aber Spielraum, um Kapital später flexibler an Aktionäre zurückzugeben.
UniCredit bleibt der Störfaktor
UniCredit bietet im Rahmen des Tauschangebots 0,485 eigene Aktien für jedes Commerzbank-Papier. Der rechnerische Wert liegt damit unter dem Börsenkurs. Am Freitag schloss die Commerzbank bei 36,15 Euro und verlor 0,90 Prozent.
Je nach UniCredit-Kurs lag der Tauschwert zuletzt nur im Bereich von 31 bis 35 Euro. Das erklärt, warum die Commerzbank-Führung die Konditionen ablehnt. Sie bezeichnet den Vorstoß als „Schrumpfungsstrategie“.
Rückhalt kommt von der Bundesregierung. Sie hält rund 12 Prozent an der Bank. Politisch ist das Angebot damit nicht nur eine Marktfrage.
Auch der Kurs erzählt eine klare Geschichte. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie 40,50 Prozent im Plus. Der RSI von 83,3 signalisiert kurzfristig allerdings eine überhitzte Lage.
Der Kurs notiert außerdem 7,84 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 33,52 Euro. Die Aktie ist also stark gelaufen. Das macht neue Signale von Vorstand und Großaktionären umso wichtiger.
Am Montag oder Dienstag rechnen Marktteilnehmer mit einer Stellungnahme zum Stand des UniCredit-Angebots. Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni, eine Verlängerung bis zum 3. Juli ist möglich. Bis dahin bleibt die Commerzbank-Aktie eng an zwei Themen gekoppelt: dem KI-Umbau und dem Preis, den UniCredit tatsächlich bietet.
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