47,5 Prozent. So hoch ist der wirtschaftliche Anteil von UniCredit an der Commerzbank inzwischen. Und die Aufsichtsbehörden haben der italienischen Bank am Dienstag grünes Licht für den weiteren Ausbau gegeben.
BaFin und Europäische Zentralbank erheben keine Einwände gegen den Aufbau der Beteiligung. Damit rückt UniCredit näher an die formale Kontrollmehrheit heran. Politisch bleibt der Widerstand trotzdem bestehen.
Berlin bleibt hart
Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme weiterhin ab. Der Bund selbst hält rund zwölf Prozent an der Commerzbank. Einen Verkauf dieser Anteile schließt er aus.
Damit prallen zwei Positionen aufeinander: Die Aufsicht signalisiert Grünlicht, die Politik blockiert. Diese Pattsituation hält den Übernahmestreit seit Monaten in der Schwebe. Bislang hat keine Seite einen entscheidenden Vorteil erzielt.
Ratingagentur gibt Entwarnung
Neu ist die Einschätzung der Ratingagentur Morningstar DBRS. Sie äußerte sich am 14. Juli erstmals zur Übernahmesituation. Ihr Urteil: Die Investition UniCredits in die Commerzbank ist aus Kreditsicht handhabbar.
Für Anleger ist das eine wichtige Einordnung. Die schwebende Beteiligungsfrage stellt aus Sicht der Ratingexperten derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Bonität der Frankfurter Bank dar.
Aktie zeigt sich robust
Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 38,68 Euro und legt 0,86 Prozent zu. Damit liegt sie nur noch 0,44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 6,97 Prozent zu Buche.
Binnen zwölf Monaten hat die Aktie 34,31 Prozent gewonnen. Der Kurs liegt 4,44 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 37,03 Euro und 12,19 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,48 Euro. Der RSI von 60,7 zeigt anhaltendes Anlegerinteresse, ohne dass die Aktie bereits überkauft wäre.
Die Kursentwicklung bleibt also stabil, trotz der ungeklärten Machtfrage im Hintergrund. Das dürfte auch daran liegen, dass die Ratingagentur akute Risiken ausschließt.
Solange sich Aufsichtsbehörden und Bundesregierung widersprechen, bleibt die Situation unübersichtlich. Die regulatorische Freigabe für UniCredit auf der einen Seite, der politische Widerstand aus Berlin auf der anderen – dieses Spannungsfeld dürfte den Kurs der Commerzbank-Aktie in den kommenden Wochen prägen.
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