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Commerzbank Aktie: 1,8 Milliarden Euro Rekordgewinn

Commerzbank meldet bestes Halbjahr der Firmengeschichte mit Rekordgewinn. UniCredit nähert sich der Mehrheitsübernahme, EZB prüft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordgewinn im ersten Halbjahr
  • UniCredit erreicht 47,6 Prozent Kapitalanteil
  • EZB prüft Mehrheitsbeteiligung
  • Aktienrückkauf von 1,2 Milliarden Euro geplant

Die Commerzbank hat am Donnerstag ihre Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegt – und die fallen so gut aus wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Das operative Ergebnis stieg um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, das Nettoergebnis kletterte auf 1,8 Milliarden Euro und markiert damit einen neuen Rekordwert. Die Nettoeigenkapitalrendite erreichte 12,6 Prozent. Parallel dazu wächst der Druck von außen: UniCredit hält nach Ablauf der Annahmefrist im Sommer wirtschaftlich rund 47,6 Prozent des Kapitals und strebt die formale Mehrheit an.

Erträge und Effizienz ziehen an

Die Erträge der Bank legten im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu, angetrieben von einem um 8 Prozent gestiegenen Provisionsüberschuss von 2,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig drückte das Institut seine Kosten-Ertrags-Relation inklusive Pflichtbeiträge auf 53 Prozent, ohne diese Beiträge liegt sie sogar bei 50 Prozent. Das Zusammenspiel aus wachsenden Erträgen und sinkenden relativen Kosten trägt die verbesserte Profitabilität und liefert die Basis für die geplante Kapitalrückgabe.

Für das laufende Jahr peilt die Commerzbank eine Ausschüttung von 100 Prozent des Nettoergebnisses nach Abzug der AT-1-Kupons an, mindestens jedoch 3,2 Milliarden Euro. Der Dividendenanteil daran soll auf mindestens 50 Prozent steigen. Im Juli hatte die Bank zudem einen Antrag über ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,2 Milliarden Euro gestellt. Die Genehmigung der Europäischen Zentralbank liegt bereits vor, die Zustimmung der Finanzagentur des Bundes steht noch aus.

Analysten justieren ihre Kursziele

Die frischen Geschäftszahlen haben am Freitag mehrere Analysehäuser auf den Plan gerufen. Die DZ Bank hob ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie von 42 auf 46 Euro an und bestätigte ihre Kaufempfehlung. JPMorgan zeigte sich zurückhaltender: Das Institut erhöhte sein Ziel von 37 auf 38 Euro, beließ die Einstufung aber bei Neutral. Die Spanne zwischen den beiden Häusern verdeutlicht, wie unterschiedlich die weiteren Perspektiven der Bank – insbesondere im Lichte der laufenden Übernahmesituation – derzeit eingeschätzt werden.

An der Börse kam das Rekordhalbjahr gut an. Die Aktie schloss am Freitag bei 39,17 Euro, ein Plus von 1,61 Prozent auf Tagesbasis. Vom 52-Wochen-Hoch, das am 6. August markiert wurde, trennen das Papier damit nur noch 1,71 Prozent. Der Rücklauf zeigt, dass der Markt die operative Entwicklung trotz der schwebenden Übernahmefrage honoriert.

UniCredit rückt an die Kontrollmehrheit heran

Die eigentliche Schicksalsfrage der Commerzbank bleibt jedoch die Offerte von UniCredit. Nach Ende der Annahmefrist am 3. Juli hatten Aktionäre 17,6 Prozent der Anteile angedient. Zusammen mit zuvor aufgebauten Positionen kommt UniCredit nach formaler Buchung auf einen wirtschaftlichen Anteil von rund 47,6 Prozent des Kapitals und etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte. Am Dienstag stufte die BaFin den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung als vollständig ein und leitete ihn an die Europäische Zentralbank weiter. Die EZB hat nun eine Prüffrist von 60 Arbeitstagen, die sich bei zusätzlichen Informationsanforderungen um weitere 20 Tage verlängern kann.

Der politische und unternehmerische Ton gegenüber der italienischen Großbank hat sich zuletzt verschoben. Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp signalisiert Medienberichten zufolge intern Offenheit für einen Austausch mit UniCredit, nachdem das Angebot ursprünglich abgelehnt worden war. Laut Handelsblatt bereitet auch die Bundesregierung eine neue Strategie vor: Da sich eine Übernahme kaum mehr verhindern lasse, wolle Berlin nun eigene Bedingungen für ein solches Szenario formulieren.

Für Anleger verdichten sich damit zwei Erzählstränge zu einem Bild: Operativ liefert die Commerzbank das beste Halbjahr ihrer Geschichte und stärkt mit Rückkauf und Ausschüttung die Aktionärsrendite. Strategisch rückt die Bank jedoch näher an eine mögliche Mehrheitsübernahme durch UniCredit heran, deren endgültige Entscheidung nun bei der EZB liegt.

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Diskussion zu Commerzbank

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.