Heute blickt der Finanzmarkt nach Wiesbaden. Dort treffen sich die Aktionäre der Commerzbank zur Hauptversammlung. Es ist keine gewöhnliche Pflichtveranstaltung. Vorstandschefin Bettina Orlopp kämpft um die Eigenständigkeit des Instituts. Im Hintergrund läuft die Annahmefrist für das feindliche Übernahmeangebot der UniCredit.
Mehr Geld für Aktionäre
Auf der Tagesordnung stehen handfeste Argumente des Vorstands. Das Management schlägt eine deutlich höhere Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr lag die Ausschüttung noch bei 65 Cent. Parallel dazu sollen die Eigner eine neue Ermächtigung für Aktienrückkäufe absegnen. Das Institut plant, bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zurückzukaufen.
Der Ex-Dividendentag ist für den 21. Mai angesetzt. Die Auszahlung folgt voraussichtlich wenige Tage später. Zusammen mit kürzlich abgeschlossenen Rückkaufprogrammen fließen Milliarden an die Anteilseigner zurück.
Offerte stößt auf wenig Gegenliebe
Die Hauptversammlung fällt mitten in die heiße Phase der Übernahmeschlacht. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Ablehnung der italienischen Offerte. Berater haben das Angebot geprüft. Das Fazit: Es fehlt ein belastbarer strategischer Plan. Außerdem kritisieren die Gremien die gebotene Prämie als unzureichend.
Ein Blick auf die Kurstafel stützt diese Haltung. Der rechnerische Angebotswert lag zuletzt bei 34,56 Euro. Die Commerzbank-Aktie notierte am Dienstagabend jedoch bei 36,29 Euro. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier damit ein starkes Plus von knapp 41 Prozent.
Die Resonanz der Investoren bleibt bisher minimal. Mitte Mai hatten Aktionäre nur einen Bruchteil eines Prozents ihrer Papiere angedient. Die UniCredit selbst hält sich in Wiesbaden zurück. Vertreter der Italiener bleiben dem Aktionärstreffen laut Agenturberichten fern. Dabei halten sie bereits fast 30 Prozent der Anteile.
Fokus auf Eigenständigkeit
Die Commerzbank setzt stattdessen auf ihre eigene Strategie. Der Vorstand hob kürzlich das Gewinnziel für 2026 an. Das Institut rechnet nun mit einem Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro.
Der Weg dorthin erfordert harte Einschnitte. Die Folge: Konzernweit fallen 3.000 Vollzeitstellen weg. Im gleichen Schritt fließen dreistellige Millionenbeträge in den Ausbau Künstlicher Intelligenz. Die Botschaft nach Mailand ist klar. Gespräche gibt es nur bei einer deutlich attraktiveren Prämie.
Die erweiterte Annahmefrist der UniCredit läuft noch bis zum 3. Juli 2026. Selbst bei einem Erfolg bräuchten die Italiener viel Geduld. Wegen zahlreicher regulatorischer Hürden erwarten sie einen Abschluss frühestens im Jahr 2027.
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