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Commerzbank Aktie: 1 Prozent Annahmequote

UniCredit erwartet nur ein Prozent Annahme beim Umtauschangebot. Die EZB kritisiert Berlin, während Commerzbank-Chefin Orlopp auf Eigenständigkeit pocht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nur ein Prozent Annahme erwartet
  • EZB kritisiert deutschen Widerstand
  • Orlopp setzt auf Eigenständigkeit
  • Aktie zeigt charttechnische Stärke

Nur ein Prozent. So niedrig soll die Annahmequote bei UniCredits Umtauschangebot ausgefallen sein. Diese Zahl könnte die entscheidende Handelswoche für Commerzbank-Aktionäre prägen.

UniCredit wartet auf das offizielle Ergebnis

Am Freitag, den 3. Juli 2026, endete die verlängerte Frist für UniCredits Umtauschangebot. Das Angebot sah 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil vor. Ersten Berichten zufolge nahmen nur rund ein Prozent der unabhängigen Aktionäre das Angebot an.

UniCredit wird das endgültige Ergebnis am Mittwoch, den 8. Juli 2026, veröffentlichen. Aktuell hält das italienische Institut über 40 Prozent der Stimmrechte direkt. Inklusive Derivaten liegt die Gesamtbeteiligung bei etwa 41 Prozent.

Eine vollständige Übernahme erwartet der Markt frühestens 2027. Analysten verweisen auf den impliziten Angebotspreis von rund 35 Milliarden Euro. Dieser lag zuletzt deutlich unter dem Marktwert der Commerzbank. Das erklärt die geringe Annahmebereitschaft der Aktionäre.

EZB kritisiert Berlin, Orlopp bleibt hart

Mitglieder des EZB-Rates kritisierten am Wochenende öffentlich den Widerstand der deutschen Bundesregierung. Vizepräsident Luis de Guindos warnte, nationaler Widerstand könnte den europäischen Binnenmarkt untergraben. Die Bundesregierung hält weiterhin rund 12 Prozent an der Commerzbank.

Vorstandschefin Bettina Orlopp rief die Aktionäre erneut zur Ablehnung auf. Sie verwies auf die Strategie der Eigenständigkeit. Bis 2030 will die Bank eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent erreichen. Im ersten Quartal wies das Institut bereits einen operativen Gewinn von 1,36 Milliarden Euro aus.

Die Charttechnik zeigt Stärke

Die Commerzbank-Aktie schloss den Handel am Freitag bei 37,79 Euro. Das entspricht einem leichten Minus von 0,16 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 4,10 Prozent zu Buche.

Seit Jahresbeginn legte das Papier um 3,51 Prozent zu. Auf Jahressicht summiert sich der Gewinn sogar auf 34,48 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, erreicht am 19. Juni, fehlen nur 2,73 Prozent.

Nach unten bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei 36,59 Euro erste Absicherung. Die 200-Tage-Linie bei 34,24 Euro verläuft als langfristig wichtige Unterstützung darunter. Der RSI von 57,4 zeigt eine neutrale bis leicht konstruktive Verfassung, ohne überkauft zu wirken.

Der Mittwoch entscheidet über die nächste Phase

Zum Wochenstart dürfte die Marktreaktion auf die EZB-Kritik im Fokus stehen. Das eigentliche Ereignis der Woche bleibt jedoch der Mittwoch. Fällt die offizielle Andienungsquote tatsächlich so niedrig aus wie erwartet, steigt der Druck auf UniCredit.

Die Italiener müssten dann entscheiden: nachbessern oder die Übernahmestrategie überdenken. Bis zur Veröffentlichung am 8. Juli bleibt die Marke von 38,85 Euro die wichtigste Hürde für die Aktie.

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