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Commerzbank: 2 Milliarden für Stromnetze mit EIB

Unicredit hält nun fast 30 Prozent an der Commerzbank, während BaFin und EZB eine Facebook-Anzeige prüfen. Die Commerzbank wehrt sich weiter gegen die Übernahme.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Unicredit-Anteil an Commerzbank steigt auf 30 Prozent
  • Aufsichtsbehörden untersuchen Facebook-Anzeige von Unicredit
  • Commerzbank-Management lehnt Übernahmepläne weiter ab
  • Neue EIB-Partnerschaft für Stromnetz-Investitionen

Fast 30 Prozent — so nah ist Unicredit der Commerzbank bereits. Und trotzdem stemmt sich Frankfurt weiter gegen eine Übernahme, während die Aufseher nun sogar eine Facebook-Anzeige des Mailänder Instituts unter die Lupe nehmen.

Unicredit prescht vor, Commerzbank hält dagegen

Der Anteil von Unicredit an der Commerzbank ist inzwischen auf 29,99 Prozent angewachsen — direkt hält das Mailänder Institut 26,77 Prozent, über Finanzinstrumente kommen weitere 3,22 Prozent hinzu. Ein freiwilliges Tauschangebot für alle Commerzbank-Aktien hatte Unicredit bereits Mitte März angekündigt. Am 4. Mai stimmen die eigenen Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die dafür nötige Kapitalerhöhung ab.

Das Commerzbank-Management zeigt sich unbeeindruckt. Vorstandschefin Bettina Orlopp erklärte gegenüber Mitarbeitern, dass sie keinen überzeugenden Plan für einen Zusammenschluss sehe. Vorstand Thomas Schaufler betonte die systemische Bedeutung der Bank und ihre Fähigkeit, als eigenständiges Institut zu bestehen. Rückendeckung kommt auch aus Berlin: Die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme ebenfalls ab.

BaFin und EZB prüfen gelöschte Facebook-Anzeige

Pikant ist, dass Unicredits Übernahmefeldzug nun ein aufsichtsrechtliches Nachspiel haben könnte. BaFin und EZB-Bankenaufsicht prüfen laut Medienberichten eine inzwischen gelöschte Facebook-Anzeige, in der die Commerzbank negativ dargestellt worden sein soll. Die Behörden werten dies möglicherweise als unzulässige Meinungsäußerung. Unicredit sicherte vollständige Kooperation zu — was die Anzeige selbst nicht ungeschehen macht.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider: Die Aktie notiert bei 34,03 Euro, rund zehn Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Auf Jahressicht liegt das Papier dennoch fast 45 Prozent im Plus.

EIB-Kooperation für Milliardeninvestitionen in Stromnetze

Abseits des Übernahmedramas präsentierte die Commerzbank auf der Hannover Messe eine neue Partnerschaft mit der Europäischen Investitionsbank. Die Vereinbarung soll Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro in Stromnetze in Deutschland und anderen EU-Staaten ermöglichen. Die EIB stellt dafür eine Portfoliogarantie von bis zu 250 Millionen Euro bereit, die bis zur Hälfte des Risikos aus Garantien für Anlagenhersteller abdeckt. Ziel ist es, Finanzierungsengpässe beim Netzausbau zu schließen und die Energiewende zu beschleunigen.

Zwei wichtige Termine stehen nun an: Am 8. Mai legt die Commerzbank ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vor. Zwölf Tage später, am 20. Mai in Wiesbaden, entscheiden die eigenen Aktionäre auf der Hauptversammlung über eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie sowie über eine Ermächtigung zu weiteren Aktienrückkäufen — während Unicredit seinen nächsten Zug längst vorbereitet.

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