Am Mittwoch treffen die Führungsspitzen von Commerzbank und UniCredit in Wiesbaden aufeinander. Auf der Hauptversammlung prallen zwei Welten aufeinander. Das Frankfurter Management kämpft für die Eigenständigkeit. Die Mailänder pochen auf eine Übernahme.
Das ausstehende Dokument
Unmittelbar vor dem Aktionärstreffen fehlt ein zentrales Dokument. Vorstand und Aufsichtsrat haben ihre gesetzliche Stellungnahme zum Übernahmeangebot noch nicht veröffentlicht. Das Papier wird in Kürze erwartet. UniCredit bietet aktuell 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Anteil. Das entspricht rechnerisch rund 31 Euro.
Das Angebot liegt damit deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Die Commerzbank-Aktie ging am Freitag bei 36,15 Euro aus dem Handel. Der Titel ist kurzfristig stark überkauft. Der RSI-Wert von 83,3 auf 14-Tage-Sicht belegt diese heiße Marktphase. Politische Rückendeckung erhält Frankfurt indes aus Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz lehnt das Vorgehen der Italiener ab. Der Bund hält weiterhin gut 12 Prozent der Anteile.
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Dividende und Rückkäufe
Neben dem Übernahmekampf stehen konkrete Kapitalmaßnahmen auf der Tagesordnung. Das Management schlägt für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Am Montag endet bereits die Frist für den Dividendenanspruch. Zusätzlich soll die Hauptversammlung eine neue Ermächtigung für Aktienrückkäufe absegnen. Geplant ist ein Volumen von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals.
Die Commerzbank setzt dem Übernahmedruck einen eigenen Wachstumsplan entgegen. Bis Ende des Jahrzehnts peilt die Bank einen Nettogewinn von fast sechs Milliarden Euro an. Dafür investiert der Konzern massiv in Künstliche Intelligenz. Die Folge: Weitere 3.000 Vollzeitstellen fallen konzernweit weg. Dieser Abbau ergänzt die bereits früher angekündigten Streichungen.
Langer Weg zur Entscheidung
Der Ausgang des Übernahmekampfs bleibt noch wochenlang offen. Die erweiterte Annahmefrist für das UniCredit-Angebot läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Selbst bei einem Erfolg erwarten die Mailänder einen Abschluss erst im Jahr 2027. Grund dafür sind langwierige regulatorische Genehmigungen. Bis dahin liefert die ausstehende Stellungnahme der Commerzbank den nächsten konkreten Impuls für den Aktienkurs.
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