Solide Quartalszahlen, ein freundlicher Markt — und trotzdem ein Haken. Colgate-Palmolive hat das erste Quartal 2026 besser abgeschlossen als erwartet, doch der Heimatmarkt Nordamerika bereitet Beobachtern Kopfzerbrechen.
Umsatz übertrifft Erwartungen, Gewinn fällt
Der Konzernumsatz kletterte im Jahresvergleich um gut acht Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Besonders stark war die Nachfrage in Asien, Lateinamerika sowie der Region Europa, Nahost und Afrika. Das ist bemerkenswert — denn auf diesen Märkten hat Colgate-Palmolive in den vergangenen Jahren gezielt investiert.
Bereinigt um Sonderbelastungen übertraf auch der Gewinn die Analystenerwartungen. Auf den ersten Blick erfreulich. Schaut man genauer hin, sieht man aber, dass der tatsächliche Überschuss um sechs Prozent auf 646 Millionen Dollar sank. Der Unterschied zwischen bereinigten und ausgewiesenen Zahlen bleibt damit ein wunder Punkt.
Nordamerika schwächelt
Ausgerechnet zu Hause läuft es nicht rund. In Nordamerika gingen die Erlöse um rund zwei Prozent zurück — getrieben von rückläufigen Absatzmengen. Das deutet darauf hin, dass Preiserhöhungen der Vorquartale auf dem gesättigten US-Markt mittlerweile an ihre Grenzen stoßen. Konsumenten greifen seltener zu.
Konzernchef Noel Wallace rechnet auch für den weiteren Jahresverlauf mit einem unruhigen wirtschaftlichen Umfeld. An den eigenen Zielen hält er dennoch fest: Für 2026 peilt das Management ein Umsatzwachstum zwischen zwei und sechs Prozent an, wobei Währungseffekte einen niedrigen einstelligen Prozentsatz beisteuern sollen. Beim Gewinn je Aktie wird sogar ein zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt.
Die Börse nahm die Mischung aus starken Schwellenländerzahlen und Nordamerika-Schwäche gelassen auf. Die Aktie legte im frühen Handel um rund drei Prozent zu — ein klares Signal, dass Anleger die solide Gesamtentwicklung höher gewichten als das schwache Heimatgeschäft.
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