Bitcoin-Handel reicht Coinbase nicht mehr. Das Unternehmen erweitert sein Angebot in eine Richtung, die auf den ersten Blick wenig mit Kryptowährungen zu tun hat: Sammelkarten von Pokémon.
Gestern gab Coinbase eine erste Vorschau auf das neue Feature. Nutzer sollen digitale Kartenpacks direkt auf dem Smartphone öffnen können, die durch physische Karten gedeckt sind. Jede gezogene Karte existiert real — Kunden entscheiden anschließend, ob das Stück in einem gesicherten Tresor bleibt oder per Post zugestellt wird. Einen genauen Starttermin nannte Coinbase nicht, das Feature soll „bald“ folgen.
Die Strategie hinter dem Vorstoß
Coinbase bezeichnet sich zunehmend als „Everything Exchange“. Der Anspruch: Nutzer sollen möglichst jede Anlageklasse auf einer einzigen Plattform handeln können, nicht nur Kryptowährungen.
Der Hintergrund ist nachvollziehbar. Das klassische Krypto-Geschäft lebt von Volatilität und schwankenden Handelsvolumina. Sammelobjekte ticken anders — sie ziehen loyale Zielgruppen an, die weniger auf Kursbewegungen spekulieren als auf seltene Stücke aus sind. Ganz neu ist die Idee nicht: Anbieter wie Collector Crypt digitalisieren bereits Pokémon-Karten und lassen Nutzer zwischen digitalem Tausch und physischer Lieferung wählen.
Parallel dazu treibt Coinbase auch im regulierten US-Terminmarkt Expansion voran. Das Unternehmen hat Anträge für den Handel mit Single-Stock-Perpetuals in den Vereinigten Staaten eingereicht — ein Feld, das aktuell mehrere Anbieter für sich erschließen wollen, seit US-Regulatoren Perpetual-Futures-Produkte testen.
Beide Vorstöße zeigen dieselbe Handschrift: Coinbase sucht abseits des reinen Krypto-Handels neue Einnahmequellen und Nutzerbindung. Ob die Pokémon-Karten-Funktion tatsächlich zusätzliche Handelsvolumina bringt, hängt davon ab, wie schnell das Unternehmen den angekündigten Start umsetzt und welche Blockchain-Infrastruktur dafür zum Einsatz kommt — Details, die Coinbase bislang offengelassen hat.
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