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Coinbase Aktie: Kanada-Expansion, Regulierungsstreit

Coinbase positioniert sich in Kanada als All-in-One-Finanzplattform und legt einen Rechtsstreit mit der SEC bei.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kanada-Expansion als „Everything Exchange“
  • SEC zahlt Anwaltskosten nach FOIA-Streit
  • Stablecoin-Regulierung entscheidend für Ausbau
  • US-Angebot um Aktien und ETFs erweitert

Coinbase will in Kanada nicht mehr nur als Krypto-Börse wahrgenommen werden. Der Konzern positioniert sein Angebot dort neu als „Everything Exchange“ — eine App für Kryptowährungen, Aktien, ETFs und Prognosemärkte in einem einzigen Konto. Die Botschaft: Wer bei Coinbase ist, braucht keine Bank und keinen klassischen Broker mehr.

Der Nordamerika-Fahrplan

Coinbase Canada-Chef Eric Richmond beschreibt die bisherige Firmengeschichte im Land als „Kapitel eins“ — reine Krypto-Börse. Jetzt folge „Kapitel zwei“: ein Finanzprodukt, das rund um die Uhr läuft und ohne die Reibungsverluste traditioneller Banken funktioniert. Ein konkretes Startdatum für den kanadischen Vollausbau gibt es noch nicht, Coinbase verweist auf die laufende Abstimmung mit lokalen Aufsichtsbehörden.

In den USA ist der Umbau bereits weit fortgeschritten. Seit Februar 2026 können berechtigte amerikanische Nutzer Aktien und ETFs handeln, im Januar kam der Zugang zu Prognosemärkten über den Partner Kalshi hinzu, der mittlerweile mit 22 Milliarden Dollar bewertet wird. Nach eigenen Angaben will Coinbase das Angebot auf fast 10.000 Aktien und ETFs ausbauen. Tokenisierte Aktien für Kunden außerhalb der USA sollen laut einem früheren Blogbeitrag des Unternehmens noch in diesem Monat folgen.

Der eigentliche Schlüssel für den kanadischen Markt liegt aber bei der Notenbank: Die Bank of Canada will ihre Regulierung für Stablecoins erst 2027 finalisieren. Erst danach kann Coinbase einen kanadischen Dollar-Stablecoin listen und die Everything Exchange vollständig ausrollen.

Washington: Ethik-Klausel mit Verfallsdatum

Parallel zur internationalen Expansion tut sich in Washington Bewegung beim lange erwarteten Clarity Act, dem zentralen Gesetzesvorhaben zur Regulierung des Kryptomarkts. Der jüngste Entwurf enthält erstmals eine Ethik-Klausel, die Amtsträger und ihre Ehepartner daran hindert, während ihrer Amtszeit digitale Vermögenswerte auszugeben oder zu sponsern. Die Regel läuft allerdings automatisch zum Ende der aktuellen Präsidentschaft im Januar 2029 aus — und erfasst die Kinder von Amtsträgern nicht, ein Punkt, der angesichts der Beteiligung von Trumps Söhnen an World Liberty Financial für Diskussionen sorgt.

Für Coinbase relevant ist ein anderer, unveränderter Passus: Die Begrenzung sogenannter Stablecoin-Erträge bleibt im Entwurf bestehen. Anbietern wie Coinbase wäre es demnach weiterhin untersagt, Kunden Prämien allein für das Halten von Stablecoin-Guthaben zu zahlen. Senatsmehrheitsführer John Thune will das Gesetz in den kommenden Tagen zur Abstimmung bringen — die erste Augustwoche gilt als letztes realistisches Zeitfenster vor der parlamentarischen Sommerpause.

Ein Kapitel aus der Gensler-Ära schließt sich

Derweil ist ein juristisches Altlast-Thema für Coinbase vom Tisch: Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich mit dem Unternehmen über einen jahrelangen Streit um Aktenherausgabe verständigt. Coinbase hatte 2024 Klagen gegen SEC und die Einlagensicherung FDIC eingereicht, weil beide Behörden nach eigener Darstellung Informationsanfragen unter dem Freedom of Information Act nicht ordnungsgemäß beantwortet hatten. Coinbase-Chefjustiziar Paul Grewal warf der SEC unter dem früheren Vorsitzenden Gary Gensler einen „Feldzug gegen die Branche“ vor.

Im Rahmen der Einigung zahlt die SEC 150.000 Dollar an Anwaltskosten, gibt zwei bislang zurückgehaltene Dokumente frei und verpflichtet sich zu einer Überprüfung ihrer Aktenführung. Die FDIC hatte sich bereits im Februar mit Coinbase verglichen.

Für Coinbase verdichten sich damit zwei Entwicklungslinien: Der regulatorische Druck aus der Vergangenheit lässt nach, während das Unternehmen selbst mit der Everything Exchange auf ein deutlich breiteres Geschäftsmodell zusteuert. Wie schnell dieser Umbau in Kanada Fahrt aufnimmt, entscheidet sich an der Stablecoin-Regulierung der Bank of Canada im Jahr 2027 — bis dahin bleibt der US-Markt das Testfeld für das neue Angebot.

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