Ein Krieg als Kurstreiber — das klingt paradox, erklärt aber gerade die stärkste Wochenbewegung der Coinbase-Aktie seit Monaten. Innerhalb von fünf Handelstagen legte das Papier mehr als 26% zu. Der Grund liegt weniger in Bitcoin-Preisen als in Sprengstoff aus dem Nahen Osten.
Iran-Konflikt füllt Coinbases Orderbücher
Piper-Sandler-Analyst Patrick Moley macht den anhaltenden Iran-Krieg als zentralen Katalysator aus. Geopolitische Spannungen treiben institutionelle Händler in Energie- und Rohstoff-Futures — und ein wachsender Teil dieses Flows landet auf Krypto-Derivateplattformen. Coinbase profitiert davon strukturell: Die Übernahme von Deribit, die im August 2025 abgeschlossen wurde, hat die Derivate-Infrastruktur erheblich ausgebaut. Deribit erzielte im vierten Quartal 2025 einen Umsatzrekord. Das institutionelle Transaktionsgeschäft wuchs um 37% im Jahresvergleich.
Piper Sandler hob das Kursziel auf 180 Dollar an, behält aber die Einstufung „Neutral“. Die Botschaft dahinter: Das Derivate-Geschäft entkoppelt sich vom Spot-Preis — ein struktureller Vorteil, solange die Volatilität anhält.
Regulatorischer Rückenwind
Parallel dazu läuft ein regulatorischer Prozess, der langfristig mehr Gewicht haben könnte. Das U.S. Office of the Comptroller of the Currency hat Coinbase eine bedingte Genehmigung erteilt, als Trust-Bank zu operieren. Damit könnte das Unternehmen Zahlungsprodukte unter Bundesaufsicht anbieten — zusätzlich zum bestehenden Verwahrungsgeschäft. Eine Vollbanklizenz ist das nicht: Coinbase will keine Einlagen annehmen und kein Teilreserve-Banking betreiben. Aber der Trust-Status würde Zugang zu Bankeninfrastruktur und regulatorischer Glaubwürdigkeit bedeuten.
Hinzu kommt die EU-MiCA-Lizenzierung, die das institutionelle Interesse weiter stärkt.
Zahlen-Erwartungen bleiben gedämpft
Die Aktie schloss am Freitag bei 179,70 Euro — ein Plus von knapp 8% auf Tagesbasis, aber immer noch rund 50% unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn liegt das Papier gut 11% im Minus.
Am 7. Mai legt Coinbase die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Die Erwartungen sind niedrig: Analysten rechnen mit einem Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie — ein Rückgang von mehr als 80% gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Umsatz wird ein Minus von über 25% auf rund 1,52 Milliarden Dollar erwartet. Coinbase selbst hatte für das Quartal Abo- und Serviceerlöse zwischen 550 und 630 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.
Der breite Analystenkonsens bleibt konstruktiv: 18 Kaufempfehlungen stehen 4 Halte- und 2 Verkaufsratings gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 255 Dollar.
Die entscheidende Variable bis zum 7. Mai ist die Lage im Nahen Osten. Entspannen sich die Spannungen, fällt der wichtigste Kurstreiber der vergangenen Woche weg — und die Quartalszahlen müssen allein überzeugen.
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