Coinbase treibt den Ausbau seines Handelsangebots über das klassische Krypto-Kassageschäft hinaus voran. Die Unternehmenstochter Coinbase Derivatives hat bei der US-Aufsichtsbehörde CFTC Regeländerungen beantragt, um bar abgewickelte Perpetual Futures auf einzelne US-Aktien einzuführen.
Dieser Vorstoß in sogenannte Single-Stock-Perpetuals erfolgt parallel zu ähnlichen Anträgen von Wettbewerbern wie Kalshi. Eine offizielle Zulassung durch die Behörde steht bislang noch aus.
Die Initiative markiert einen weiteren Schritt im Rahmen der Strategie, die Handelsplattform für ein breiteres Spektrum an Finanzinstrumenten zu öffnen. Bislang existieren solche unbefristeten Terminkontrakte auf Einzelaktien im regulierten US-Markt nicht, da sie ohne festes Verfallsdatum konzipiert sind und Preisdifferenzen über periodische Ausgleichszahlungen zwischen Long- und Short-Positionen steuern.
Regulatorischer Rückenwind für Krypto-Plattformen
Flankiert wird die Derivate-Initiative von regulatorischen Weichenstellungen in den USA. Die US-Wertpapieraufsicht SEC erteilte eine auf fünf Jahre befristete Ausnahmegenehmigung für Plattformen, die den On-Chain-Sekundärhandel mit tokenisierten US-Aktien über Berechtigungsmodelle abwickeln. Die Regelung erlaubt qualifizierten Handelsplätzen den Betrieb unter definierten Volumenobergrenzen und Transparenzvorgaben.
Analysten von Goldman Sachs sehen Coinbase durch diese regulatorische Ausnahme begünstigt. Das Unternehmen verfüge über eine solide Ausgangsposition, um Dienstleistungen in den Bereichen Verwahrung, Tokenisierung und Stablecoin-Abwicklung bereitzustellen. Auch das Analysehaus Clear Street äußerte sich zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung und setzte ein Kursziel von 224 US-Dollar mit einer Kaufempfehlung fest.
Systemausfall dämpft Handelsrally
Trotz der strategischen Fortschritte zeigte sich die technische Infrastruktur der Plattform am gestrigen Montag anfällig für Lastspitzen. Als der Bitcoin sprunghaft über die Marke von 85.000 US-Dollar stieg und am Terminmarkt umfangreiche Krypto-Short-Positionen liquidiert wurden, kam es zu einer etwa 70-minütigen Betriebsstörung.
Sowohl die mobile Applikation als auch die Handelsmaske waren in dieser Zeitspanne vorübergehend nicht erreichbar, während Kundengelder nach Unternehmensangaben gesichert blieben.
An der New Yorker Börse legte die Aktie am Montag dennoch um 3,5 Prozent auf 201,05 US-Dollar zu. Im europäischen Handel notiert der Titel heute bei 173,30 Euro, was einem Tagesrückgang von 1,2 Prozent entspricht. Damit hält das Papier einen Abstand von 8,1 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
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