Coinbase baut radikal um. Die Krypto-Börse streicht fast jede siebte Stelle, um sich als „KI-native“ Plattform neu zu erfinden. Es ist ein Spagat zwischen harter Kostendisziplin und technologischer Expansion.
Kahlschlag für mehr Effizienz
Der Restrukturierungsplan sieht die Entlassung von rund 700 Mitarbeitern vor. Das entspricht 14 Prozent der Belegschaft. CEO Brian Armstrong zielt auf ein schlankeres Modell ab, das verstärkt auf Automatisierung setzt und manuelle Prozesse verdrängt.
Finanziell soll dieser Schritt bereits im laufenden Jahr Wirkung zeigen. Das Management rechnet mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 500 Millionen US-Dollar. Parallel dazu belasten Abschreibungen auf Kryptobestände die aktuelle Bilanz und sorgen für rote Zahlen unter dem Strich.
Bilanz zwischen Verlust und Analystenlob
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 1,41 Milliarden US-Dollar. Der GAAP-Nettoverlust belief sich auf 394,1 Millionen US-Dollar. Je Aktie entspricht dies einem Minus von 1,49 US-Dollar, was primär auf die Bewertung der Token-Bestände zurückzuführen ist.
Dieser Verlust resultiert vor allem aus nicht zahlungswirksamen Effekten. Das operative Geschäft zeigt sich hingegen robuster, da die Plattform ihre Profitabilität auf bereinigter Basis verteidigen konnte. Experten blicken daher eher auf die Cashflow-Generierung als auf das reine Nettoergebnis.
Das bereinigte EBITDA blieb mit 303,3 Millionen US-Dollar positiv. An der Börse reagierten Anleger dennoch skeptisch auf die Gesamtzahlen. Die Aktie verlor heute 4,55 Prozent und notiert bei 175,22 Euro.
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Die Meinungen der Experten gehen nach den Zahlen auseinander. Während einige die Kostenkontrolle loben, bleiben andere aufgrund des Umsatzrückgangs vorsichtig:
* Canaccord Genuity bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 300 US-Dollar.
* Benchmark hebt das Kursziel leicht von 260 auf 270 US-Dollar an.
* CMBI senkt die Erwartung deutlich von 270 auf 235 US-Dollar.
* Mizuho sieht den fairen Wert nun bei 200 US-Dollar.
Infrastruktur für KI-Agenten
Das Unternehmen positioniert sich verstärkt an der Schnittstelle von digitalen Assets und Künstlicher Intelligenz. Mit neuen „Agentic Wallets“ sollen Zahlungen für autonome KI-Anwendungen ermöglicht werden. Partnerschaften mit AWS und Stripe stützen diesen Kurs und integrieren Krypto-Zahlungen in klassische Cloud-Strukturen.
Das hauseigene Base-Netzwerk spielt dabei eine zentrale Rolle. Es wickelt bereits 62 Prozent des gesamten On-Chain-Volumens von Stablecoins ab. Bei Transaktionen durch KI-Agenten liegt der Anteil sogar bei über 90 Prozent, was die Dominanz in diesem Nischensegment unterstreicht.
Indes wachsen neue Geschäftsfelder abseits des klassischen Handels im Rahmen der „Everything Exchange“-Strategie. Das Volumen bei Retail-Derivaten übersteigt mittlerweile die Marke von 200 Millionen US-Dollar. Prognosemärkte steuerten in kürzester Zeit über 100 Millionen US-Dollar zum annualisierten Umsatz bei.
Neue Impulse könnte die Regulierung liefern. Im weiteren Jahresverlauf rückt der CLARITY Act in den Fokus der Gesetzgeber. Dieses Gesetz soll die nötige Rechtssicherheit für den Stablecoin-Markt schaffen und könnte Coinbase weiteren Rückenwind verleihen.
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