Auf der europäischen Fachmesse ECOC in Málaga hat der US-Konzern Coherent eine Reihe neuer Verbindungstechnologien für Rechenzentren präsentiert. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die Plattform PhotonLink, mit der das Unternehmen Komponenten und Baugruppen für optische Schnittstellen bündelt. Der Konzern reagiert damit auf den steigenden Bandbreitenbedarf moderner Systeme für künstliche Intelligenz.
Aufträge für Co-Packaged Optics
Mit der neuen Architektur adressiert Coherent Verbindungsformen wie Co-Packaged Optics (CPO), Near-Package Optics (NPO) sowie direkte optische Chip-zu-Chip-Verbindungen. CEO Jim Anderson betonte, dass Kunden zunehmend vollständige optische Lösungen aus einer Hand nachfragen, um Systemdesign und Integration zu vereinfachen. Das Portfolio deckt funktionale Schritte von der Lichterzeugung über Strahlformung bis zum Empfang ab.
Das Unternehmen verweist auf mehr als zehn Kundenengagements im CPO-Bereich sowie über zehn Projekte für NPO, die teilweise durch Langzeitverträge mit Ankerkunden abgesichert sind. Hinzu kommen mehr als fünf Kooperationen für Chip-zu-Chip-Schnittstellen. Erste Umsätze aus der neuen Plattform sollen ab dem vierten Quartal des laufenden Kalenderjahres einsetzen.
Ausbau der Fertigung und neue Leitungssysteme
Um die Nachfrage nach optischen Verbindungen zu bedienen, baut Coherent die Fertigungskapazitäten aus. Der Konzern stützt sich auf eigene Halbleiterwerke, darunter Standorte im texanischen Sherman sowie im schwedischen Järfälla für Sechs-Zoll-Wafer auf Indiumphosphid-Basis. Nach Unternehmensangaben wurden in der Vergangenheit bereits mehr als 300 Millionen Indiumphosphid-Laser sowie über eine Milliarde Fotodetektoren ausgeliefert.
Parallel zur Plattform stellte Coherent auf der Messe ein erweitertes steckbares optisches Leitungssystem vor. Das sogenannte POLS-Portfolio im kompakten QSFP-Formfaktor unterstützt Übertragungsraten von bis zu 25,6 Terabit pro Sekunde über Distanzen zwischen zwei und 200 Kilometern. Zudem demonstrierte der Konzern gemeinsam mit dem Partner CUbIQ ein steckbares Modul zur quantensicheren Verschlüsselung auf Basis bestehender Netzwerktechnik.
Kursentwicklung im laufenden Jahr
Am Kapitalmarkt wurden die Ankündigungen positiv aufgenommen. Im gestrigen Handel legte die Coherent-Aktie um 1,4 Prozent zu und beendete den Tag bei einem Schlusskurs von 280,10 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Wertzuwachs von 72 Prozent, getrieben von den hohen Investitionen der Rechenzentrumsbetreiber in optische Übertragungstechnik.
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