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Coeur Mining Aktie: Rally mit Risiko

Coeur Mining profitiert von Rekordpreisen für Silber und Gold sowie der geplanten New-Gold-Übernahme. Analysten sind nach der starken Kursentwicklung gespalten in der Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberpreis erreicht Allzeithoch bei über 80 US-Dollar
  • Übernahme von New Gold für Januar 2026 geplant
  • Analystenmeinungen nach Kursrally gespalten
  • Operative Stärke durch Produktionsausbau in Nevada

Silber auf Rekordniveau, Gold nahe historischen Höchstständen – und mittendrin Coeur Mining mit einer Kursentwicklung, die deutlich über dem Markt liegt. Innerhalb eines Jahres hat sich der Wert mehr als verdreifacht, getragen von einem Mix aus Sektorboom, operativem Rückenwind und einer großen Übernahmechance. Die spannende Frage für Anleger lautet: Wie viel Potenzial steckt nach dieser Rally noch im Titel?

Silberboom als Haupttreiber

Der wichtigste Motor der Coeur-Rally ist der Silberpreis. Das Metall hat Ende Dezember die Marke von 80 US-Dollar je Unze überschritten und mit rund 84 US-Dollar ein Allzeithoch erreicht, bevor es etwas nachgab. Auf Jahressicht entspricht das einem Anstieg von etwa 160 Prozent und damit einem deutlich stärkeren Lauf als bei Gold, das „nur“ um rund 60 bis 70 Prozent zulegen konnte.

Hinter dieser Entwicklung steht ein strukturelles Angebotsdefizit. 2025 war bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem der weltweite Silberverbrauch die Minenproduktion überstieg – geschätzt um rund 117 Millionen Unzen. Besonders die Solarindustrie, vor allem der Umstieg auf TOPCon-Solarzellen mit höherem Silberbedarf, verschärft den Engpass. Für Produzenten wie Coeur Mining sind diese Rahmenbedingungen ein massiver Rückenwind.

Auch am Aktienkurs lässt sich das ablesen: Coeur notiert aktuell bei 19,62 US‑Dollar und liegt damit nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch. Gegenüber dem Tief im April 2025 hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.

Übernahme von New Gold als Wendepunkt

Parallel zum Metallpreisboom arbeitet Coeur Mining an einem strategischen Schritt, der das Unternehmen deutlich vergrößern würde. Im November wurde die geplante Übernahme von New Gold Inc. angekündigt. Der Zusammenschluss soll einen führenden, mehrfach aufgestellten Edelmetallproduzenten mit einem erwarteten EBITDA von knapp 3 Milliarden US‑Dollar schaffen.

Die wichtigsten Eckpunkte der Transaktion:

  • Aktionärsabstimmung: Geplant für den 27. Januar 2026
  • Strategischer Zugewinn: Zugang zu hochwertigen kanadischen Projekten und zusätzlicher Kupfer-Exposure
  • Skaleneffekte: Größenvorteile bei aktuell sehr hohen Edelmetallpreisen
  • Portfolioeffekt: Entstehung eines rein nordamerikanischen Senior-Produzenten für Gold und Silber

Einige Analysten sehen darin einen klaren Pluspunkt. Roth Capital hat sein Kursziel jüngst von 20 auf 23 US‑Dollar angehoben und bleibt bei einer Kaufempfehlung. Die Übernahme würde das Profil von Coeur breiter aufstellen und die Hebelwirkung auf die hohen Metallpreise verstärken.

Bewertungsdebatte nach Kursverdopplung

Die extreme Kursperformance bleibt allerdings nicht ohne Gegenreaktion auf Analystenseite. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 27 liegt Coeur über dem Branchenschnitt der Metall- und Minenwerte (25,5) und auch über dem Peer-Durchschnitt (24,3).

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Auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells wird die Aktie dennoch teils als unterbewertet eingeschätzt: Projektionen mit frei verfügbarem Cashflow von bis zu 1,2 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2035 deuten auf ein theoretisches Aufwertungspotenzial von etwa 37 Prozent hin. Nach dem Kursanstieg von über 200 Prozent seit Jahresbeginn sind jedoch einige Häuser vorsichtiger geworden.

So hat Cantor Fitzgerald das Rating auf „Hold“ zurückgenommen und argumentiert, der Titel sei nach der Rally „vollständig und fair bewertet“. Cormark stufte ebenfalls auf „Market Perform“ ab und verweist auf ein ausgewogeneres Chance-Risiko-Verhältnis. Die Meinungslage ist damit deutlich gespalten: Wachstumsfantasie trifft auf Bewertungsdisziplin.

Fundamentale Basis: Produktion zieht an

Operativ liefert Coeur Mining Argumente für die optimistische Seite der Debatte. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte das Unternehmen rund 1,7 Milliarden US‑Dollar Umsatz bei einer Gewinnmarge von 24 Prozent. Allein im dritten Quartal 2025 lag der Erlös bei 554,6 Millionen US‑Dollar – ein Zeichen für den laufenden Produktionsaufbau.

Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Rochester-Mine in Nevada. Die Kapazitätserhöhung sorgt für deutlich höhere Fördermengen und verschafft Coeur eine starke Position, um die aktuell sehr hohen Edelmetallpreise zu nutzen. Parallel investiert das Unternehmen aggressiv in Exploration, um die Lebensdauer der Lagerstätten im Vier-Minen-Portfolio zu verlängern und die Reservebasis zu stärken.

Umfeld: Edelmetall-Superzyklus

Das Marktumfeld bleibt vorerst günstig. Gold notierte zuletzt nahe 4.400 US‑Dollar je Unze und profitiert weiterhin von seiner Rolle als „sicherer Hafen“ – gestützt durch geopolitische Spannungen und die Erwartung sinkender US-Leitzinsen. Silber wiederum wird nicht nur als monetäres Metall, sondern auch als Industriegut nachgefragt.

HSBC hat seine Silberprognose für 2026 auf durchschnittlich 68,25 US‑Dollar pro Unze angehoben, weist jedoch darauf hin, dass die aktuellen Notierungen kurzfristig „fundamental überbewertet“ wirken. Coeur Mining ist mit einem Marktwert von rund 12,2 Milliarden US‑Dollar inzwischen ein Schwergewicht im Edelmetallsektor. Die Kombination aus Gold- und Silberproduktion verbindet die klassische Krisennachfrage mit industriellen Wachstumstreibern – ein Profil, das im laufenden Edelmetall-Boom besonders gefragt ist.

Entscheidend für die nächsten Monate werden zwei Punkte sein: Zum einen der Ausgang der Aktionärsabstimmung zur New-Gold-Übernahme am 27. Januar 2026, zum anderen die Frage, ob das Unternehmen die aktuell hohen Margen über die Produktionsausweitung und Exploration langfristig sichern kann.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.