Rekordeinnahmen auf der einen Seite, ein deutlicher Kursrückgang auf der anderen. Coeur Mining erlebt gerade eine ungewöhnliche Diskrepanz: Während die Betriebsergebnisse für 2025 glänzen, drückt der Einbruch bei Gold- und Silberpreisen auf die Aktie.
Metalle unter Druck
Der Kursrückgang dieser Woche hat wenig mit dem operativen Geschäft zu tun. Gold testete zuletzt die Marke von 4.500 Dollar je Unze — nach einer mehrtägigen Verlustserie. Silber fiel unter 66 Dollar je Unze, ein drastischer Rückfall gegenüber dem Rekordhoch von rund 121 Dollar im Januar 2026. Für Minenaktien bedeutet das erhöhte Sensitivität: Am 18. und 19. März verlor die Aktie jeweils zwischen 7 und 8,5 Prozent, ohne dass negative unternehmensspezifische Meldungen den Ausschlag gaben. Die Makrolage diktiert derzeit das Sentiment.
Auf Wochensicht steht die Aktie rund zehn Prozent im Minus, liegt aber noch deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Starke Zahlen, schwieriger Markt
Das Zahlenwerk für 2025 sticht heraus. Im vierten Quartal erzielte Coeur Mining einen Umsatz von 674,7 Millionen Dollar — ein Plus von 121 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr summierte sich der Umsatz auf 2,1 Milliarden Dollar, der Nettogewinn auf 585,9 Millionen Dollar. Treiber waren Rekordproduktionsmengen sowie die Expansion der Rochester-Mine in Nevada.
Für 2026 peilt das Unternehmen eine Produktion von 390.000 bis 460.000 Unzen Gold sowie 18,2 bis 21,3 Millionen Unzen Silber an — aus dem bestehenden Portfolio, noch ohne die geplante Akquisition von New Gold.
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Übernahme als Wachstumshebel
Die Übernahme von New Gold, die bereits die Zustimmung der Aktionäre erhalten hat, soll noch im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Das Management erwartet, dass die kombinierte Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr rund 3 Milliarden Dollar an bereinigtem EBITDA und 2 Milliarden Dollar freien Cashflow erwirtschaften wird.
Das Analystenbild ist zweigeteilt: Canaccord Genuity stufte die Aktie angesichts der sektorweiten Volatilität auf „Hold“ herab, während CIBC ein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 40 Dollar vergab — begründet mit dem langfristigen Cashflow-Potenzial des erweiterten Portfolios. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 23 Dollar. Institutionelle Investoren wie VanEck halten weiterhin über 23 Millionen Aktien; einzelne Fonds wie Algert Global haben ihre Positionen zuletzt sogar ausgebaut.
Der weitere Kursverlauf dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich Gold und Silber stabilisieren — und ob der Abschluss der New-Gold-Transaktion die ambitionierten Cashflow-Ziele für 2026 glaubwürdig macht.
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