Mit dem Abschluss der New Gold-Übernahme ist Coeur Mining in eine neue Dimension gewachsen. Sieben Minen in Nordamerika, ein Milliarden-Portfolio, ein frisches TSX-Listing — und am Montag folgt der erste umfassende Blick auf die Zahlen des kombinierten Unternehmens.
Was am 23. März auf dem Spiel steht
Am 16. März begann Coeur Mining unter dem Kürzel „CDE“ den Handel an der Toronto Stock Exchange. New Gold-Aktionäre erhielten je 0,4959 Coeur-Aktien pro gehaltener New Gold-Aktie, insgesamt emittierte Coeur rund 392,7 Millionen neue Aktien — die Gesamtzahl ausstehender Aktien stieg damit auf knapp über eine Milliarde.
Am kommenden Montag, dem 23. März, präsentiert das Unternehmen erstmals die konsolidierte Jahresprognose für 2026, aktualisierte Reserve- und Ressourcenschätzungen für die Minen New Afton und Rainy River sowie eine Einschätzung zu den Kapitalrückgabeprioritäten. Für Anleger ist das der entscheidende Moment: Wie viel ist das neu zusammengesetzte Unternehmen tatsächlich wert?
Starkes Fundament, ambitionierte Ziele
Die Ausgangslage ist solide. Im Rekordjahr 2025 erzielte Coeur einen Umsatz von 2,07 Milliarden US-Dollar, ein GAAP-Nettoergebnis von 585,9 Millionen Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 1,03 Milliarden Dollar. Die Goldproduktion lag bei 419.046 Unzen, Silber bei 17,9 Millionen Unzen. Gleichzeitig sank die Gesamtverschuldung auf 340,5 Millionen Dollar, während die Liquidität auf 553,6 Millionen Dollar stieg.
Auf kombinierter Basis — also inklusive der New Gold-Assets — peilt Coeur rund 3 Milliarden Dollar EBITDA und 2 Milliarden Dollar freien Cashflow aus seinen sieben nordamerikanischen Operationen an. CIBC initiierte die Coverage mit einem „Outperformer“-Rating und einem Kursziel von 40 US-Dollar. Die Bank erwartet für 2026 einen Free-Cashflow von 3,2 Milliarden Dollar auf Basis ihrer eigenen Rohstoffpreisannahmen — was einer Free-Cashflow-Rendite von über 10 Prozent entspräche.
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Edelmetallpreise trüben das Bild
Trotz der strukturellen Wachstumsstory steht die Aktie unter Druck. Gold und Silber verloren Mitte März jeweils über 3 Prozent, nachdem die US-Notenbank die Zinsen unverändert beließ. Für einen Produzenten, der rund 70 Prozent seines Umsatzes mit Gold und 20 Prozent mit Silber erwirtschaftet, ist das ein spürbarer Gegenwind. Erhöhte Zinsen machen nicht-zinstragende Assets wie Edelmetalle für institutionelle Investoren weniger attraktiv.
Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Handelstagen rund 13 Prozent und notiert damit deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 19,27 Euro.
Guidance-Tag als Kursweiche
Der 23. März wird zeigen, ob Coeur die ambitionierten Ziele mit konkreten Zahlen untermauern kann. Konsolidierte Produktionsprognosen, aktualisierte Reservedaten und klare Aussagen zur Kapitalrückgabe — das sind die Bausteine, an denen der Markt das neu formierte Unternehmen messen wird. Die nächsten Quartalsergebnisse folgen am 6. Mai 2026.
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