Der Getränkeriese hat den monatelangen Verkaufsprozess für die Kaffeekette Costa Coffee im Dezember abrupt beendet. Die Gebote von Private-Equity-Investoren lagen deutlich unter den Erwartungen – ein herber Rückschlag für den Konzern, der die britische Kette 2018 für stolze 3,9 Milliarden Pfund übernommen hatte.
Nach Informationen der Financial Times forderte Coca-Cola rund 2 Milliarden Pfund für Costa. Das entspricht gerade einmal der Hälfte des damaligen Kaufpreises. Selbst diese reduzierte Bewertung fanden die potenziellen Käufer zu ambitioniert. Unter den interessierten Parteien befanden sich namhafte Adressen wie TDR Capital, Bain Capital, Apollo und KKR.
Die Gespräche mit TDR Capital hätten sogar vorgesehen, dass Coca-Cola eine Minderheitsbeteiligung behält – auch diese Konstruktion führte nicht zum Erfolg. Costa betreibt über 2.700 Filialen in Großbritannien und Irland, kämpft aber mit schwacher Konsumnachfrage und enormem Wettbewerbsdruck.
Schlechtes Timing für den Führungswechsel?
Der gescheiterte Verkauf fällt in eine heikle Phase. Im März übernimmt Chief Operating Officer Henrique Braun den CEO-Posten von James Quincey. Ein belastetes Portfolio kurz vor dem Stabwechsel ist keine ideale Ausgangslage für den neuen Chef. Insider schließen allerdings nicht aus, dass ein Costa-Verkauf mittelfristig wieder auf die Agenda kommt.
Parallel gerät das Kerngeschäft von Coca-Cola unter Druck. Die Weltgesundheitsorganisation WHO verschärft ihre Gangart gegen zuckerhaltige Getränke. In zwei aktuellen Berichten stellt die Organisation fest, dass Softdrinks in 62 Ländern im Vergleich zu 2022 erschwinglicher geworden sind. Die Steuern seien zu niedrig, um den Konsum spürbar zu drosseln.
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Die WHO fordert mit ihrer „3 by 35“-Initiative eine Verdoppelung der Preise für Zuckergetränke, Alkohol und Tabak innerhalb der nächsten zehn Jahre durch höhere Steuern. Bis 2035 soll diese Maßnahme eine Billion Dollar in die Staatskassen spülen. Erfolgsbeispiele aus Kolumbien und Südafrika dienen als Blaupause.
Politischer Gegenwind aus den USA
Auch in den Vereinigten Staaten weht ein rauerer Wind. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. treibt seine „Make America Healthy Again“-Agenda voran. Er rät Verbrauchern explizit, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden und weniger Zucker zu konsumieren. Neben Coca-Cola geraten damit auch Konkurrent PepsiCo und Snack-Hersteller Mondelez ins Visier.
Die Kombination aus gescheitertem Asset-Verkauf, regulatorischem Druck und politischer Kritik könnte das Geschäftsmodell von Coca-Cola mittelfristig belasten. Der Konzern muss nun nicht nur eine Lösung für Costa finden, sondern sich auch auf verschärfte Rahmenbedingungen für sein Hauptgeschäft einstellen.
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