Der Cybersecurity-Konzern schlankt sich radikal ab. Cloudflare streicht rund 1.100 Stellen – ein Fünftel der gesamten Belegschaft. CEO Matthew Prince begründet den Schritt mit der wachsenden Leistungsfähigkeit Künstlicher Intelligenz.
Betroffen sind vor allem administrative, finanzielle, juristische und interne Prüfungsfunktionen – intern als „Measurer“ bezeichnet. Diese Rollen könne KI zunehmend übernehmen, so die Argumentation. Die Bereiche Entwicklung und Vertrieb – „Builder“ und „Sellers“ – bleiben dagegen unangetastet. Cloudflare steht damit exemplarisch für einen Trend, der die gesamte Tech-Branche erfasst: KI-gesteuerte Restrukturierung.
Umsatz stark, Marge unter Druck
Die Entscheidung fällt zeitgleich mit den Q1-Zahlen 2026. Der Umsatz stieg um 34 Prozent auf 639,8 Millionen Dollar. Die Bruttomarge schrumpfte jedoch von 75,9 auf 71,2 Prozent. Unterm Strich stand ein operativer Verlust von 62 Millionen Dollar. Das Unternehmen selbst beziffert den Anstieg der KI-Nutzung intern auf 600 Prozent binnen drei Monaten – sowohl als Effizienztreiber als auch als Produktkatalysator.
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Die Aktie notiert aktuell bei 187,95 Euro. Das sind rund 32 Prozent mehr als vor zwölf Monaten, aber noch 14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von knapp 90 signalisiert eine technisch überkaufte Lage.
Nebengeräusch im Vorstand
Parallel zum Stellenabbau verkaufte CEO Matthew Prince Mitte Mai 52.384 Aktien im Wert von rund 10,7 Millionen Dollar. Die Transaktionen liefen über einen vorgefassten 10b5-1-Plan. Analysten bewerten die Aktie mehrheitlich mit „Moderate Buy“, verweisen aber auf die Bewertungshöhe und die unklaren langfristigen Margeneffekte der KI-Transformation.
Die Botschaft des Managements ist klar: Cloudflare setzt auf Automatisierung, um profitabler zu werden. Ob die operative Wende gelingt, müssen die nächsten Quartale zeigen – im Fokus stehen steigende Margen bei weiterem Umsatzwachstum.
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