Clorox hat im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen klar übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,55 Dollar, erwartet waren 1,07 Dollar. Der Ausblick fällt dennoch vorsichtiger aus: Der Konzern peilt jetzt eher das untere Ende seiner Gewinnspanne an.
Basiseffekt und GOJO treiben die Zahlen
Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf 1,91 Milliarden Dollar. Rund 15 Prozentpunkte steuerte die Übernahme von GOJO bei, die Clorox seit dem 1. April 2026 konsolidiert. Das organische Wachstum von 18 Prozent verdankt der Konzern fast vollständig einem Basiseffekt: Im Vorjahr hatten Händler im Zuge der ERP-Umstellung ihre Lager abgebaut, das drückte die Vergleichsbasis.
Der Gewinn je Aktie nach US-GAAP verdoppelte sich auf 1,39 Dollar. Die Aktie legte nachbörslich um rund 2 Prozent zu.
Die Marge zeigt die Kehrseite. Die Bruttomarge sank um 130 Basispunkte auf 40,4 Prozent, getrieben von teureren Rohstoffen sowie höheren Produktions- und Logistikkosten. Bremsend wirkte zudem der Aufschlag auf den Warenbestand aus der GOJO-Übernahme.
Ausblick mit Abstrichen
Die Spannen für das Geschäftsjahr 2027 bleiben unverändert. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 5,70 und 6,00 Dollar liegen, der Umsatz um 13 bis 14 Prozent steigen. Allerdings senkte das Unternehmen die erwartete Bruttomarge auf etwa 41,5 Prozent und begründet das mit ungewöhnlich hohem Inflationsdruck und ungünstigem Produktmix.
Konzernchefin Linda Rendle sprach von einem herausfordernden Kostenumfeld. Es gebe aber Pläne, den Druck abzufedern und weiter in die Marken zu investieren. Die Integration von GOJO unter dem Namen Clorox Purell ProCare gilt als strategische Priorität.
Auffällig ist die Bilanz: Die Schulden stiegen durch die Übernahme deutlich, und das Eigenkapital der Aktionäre ist rechnerisch leicht negativ.
Neuer Chef, günstige Bewertung
Schon vor den Zahlen hatte Evercore ISI die Aktie von „Underperform“ auf „In Line“ hochgestuft, Kursziel 99 Dollar. Die Analysten verweisen auf die Berufung von Fabian Garcia zum neuen CEO. Er bringe Erfahrung aus Stationen bei Unilever, Colgate-Palmolive und Procter & Gamble mit.
Das Papier handle mit einem Abschlag von 25 Prozent auf Branchenkollegen, historisch gab es einen Aufschlag. Das Risiko eines Gewinnrückgangs sei weitgehend eingepreist.
UBS bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 105 Dollar. Zum Handelsschluss am Montag lag die Aktie bei 88 Dollar.
Wie belastbar die Margenprognose ist, dürfte sich in der Telefonkonferenz mit Rendle und Finanzchef Luc Bellet am Montagabend zeigen. Dort stehen die Kostenpläne gegen den Inflationsdruck im Mittelpunkt.
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