Die amerikanische Großbank Citigroup hat am Mittwoch ihre Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Auf den ersten Blick sieht alles nach einer Erfolgsstory aus: Das Kreditgeschäft brummt, die Nettozinserträge steigen. Doch die Wall Street reagierte verhalten – die Aktie verlor zwischen drei und fünf Prozent. Was steckt dahinter?
Kreditwachstum auf Rekordniveau
Die durchschnittlichen Kredite bei Citigroup kletterten im vierten Quartal um satte 7 Prozent im Jahresvergleich. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch die Marktaktivitäten, das US-Privatkundengeschäft und den Servicebereich. Finanzvorstand Mark Mason betonte, dass man zum ersten Mal seit längerem wieder eine deutliche Beschleunigung im Kreditgeschäft beobachte.
Die Zahlen spiegeln eine robuste amerikanische Wirtschaft wider – trotz der umfassenden Importzölle unter Präsident Donald Trump. Analysten von S&P Global Market Intelligence zeigen sich optimistisch und erwarten für 2026 weiteres Momentum, gestützt durch makroökonomische Stabilität und günstige Kreditbedingungen.
Dunkle Wolken am Horizont
Doch während die Geschäftszahlen beeindrucken, sorgen politische Eingriffe für Nervosität. Trump hatte vergangene Woche überraschend eine Deckelung der Kreditkartenzinsen bei 10 Prozent vorgeschlagen – ein Schlag für die hochprofitable Kreditkartensparte der Banken.
CEO Jane Fraser positionierte sich am Mittwoch klar: „Eine Zinsobergrenze können wir nicht unterstützen.“ Sie warnte, die Auswirkungen auf Banken würden von den verheerenden Folgen für die Kreditverfügbarkeit und Konsumausgaben im ganzen Land überschattet. Fraser verwies auf die gescheiterten Kreditkontrollen der Carter-Regierung, die nach nur zwei Monaten zurückgenommen werden mussten.
Massenentlassungen und KI-Revolution
Parallel zu den Quartalszahlen kündigte Citigroup nach Informationen aus Unternehmenskreisen diese Woche den Abbau von rund 1.000 Stellen an. In einer Mitarbeitermitteilung machte Fraser deutlich: KI-Tools und Automatisierung werden Rollen grundlegend verändern und zu weiteren Stellenstreichungen führen, während die Gesamtmitarbeiterzahl weiter sinkt.
Die Bank ist damit Teil eines breiteren Trends in der Finanzbranche. Wells Fargo etwa stellte im vierten Quartal 612 Millionen Dollar für Abfindungen zurück – für Maßnahmen, die erst in diesem Jahr greifen werden.
Fed-Unabhängigkeit im Fokus
Mason nutzte die Telefonkonferenz auch für ein politisches Statement: Die Unabhängigkeit der Federal Reserve sei entscheidend. Man erwarte, dass auch der nächste Fed-Chef mit derselben Unabhängigkeit agiere. Der Hintergrund: Die Trump-Regierung hatte eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet – ein beispielloser Vorgang, der die Märkte verunsichert.
Trotz glänzender Geschäftszahlen und Rekordkreditwachstum steht Citigroup damit vor einem Spagat: Operative Stärke trifft auf politische Unsicherheit. Für Anleger bleibt die Frage, was schwerer wiegt.
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