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Cisco Aktie: Rekordzahlen, Verkaufswelle

Trotz Rekordumsatz und erhöhter Prognose fällt die Cisco-Aktie deutlich. Anleger sorgen sich um das künftige Wachstumstempo des Netzwerkausrüsters.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzplus von 18 Prozent
  • Prognose übertrifft Analystenerwartungen
  • Kursrutsch trotz starker Zahlen
  • Uneinigkeit am Optionsmarkt

Ein Rekordquartal, eine Prognose über den Erwartungen der Analysten – und trotzdem rauschten die Papiere von Cisco um rund 9 Prozent nach unten. Was auf den ersten Blick wie eine Überreaktion wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Erwartungsproblem. Wer im laufenden Jahr bereits über 60 Prozent zugelegt hatte, muss offenbar mehr liefern als solide Zahlen.

Der Netzwerkausrüster meldete für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2026 einen Umsatz von 17,3 Milliarden Dollar – ein Plus von 18 Prozent und deutlich über den von LSEG erfassten Analystenschätzungen von 16,8 Milliarden Dollar.

Für das laufende Quartal stellt Cisco eine Umsatzspanne von 18 bis 18,2 Milliarden Dollar in Aussicht, ebenfalls klar über den Konsensschätzungen. CEO Chuck Robbins sprach von einem „Rekordjahr“ und einem „Rekordquartal“ und zeigte sich überrascht über die kritische Reaktion auf die eigene Prognose.

Wachstumssorge trotz starker Zahlen

Analysten von Piper Sandler bezeichneten die Prognose als „konservativ angesichts des aktuellen Nachfrageumfelds“ und empfehlen, die Aktie zu halten. Ihre Sorge: Anleger könnten beginnen, die Wachstumsdynamik zu hinterfragen, wenn 2026 mit einem Plus von rund 15 Prozent möglicherweise den Höhepunkt markiert – während für das kommende Fiskaljahr wieder einstelliges Wachstum erwartet wird.

KeyBanc Capital Markets bleibt dagegen bullisch und sieht Cisco von den steigenden Investitionen der Hyperscaler profitieren, die im vergangenen Fiskaljahr Infrastrukturaufträge im Volumen von 9,3 Milliarden Dollar platzierten.

Der Kurs rutschte am Donnerstag zeitweise auf rund 112 Dollar ab, nachdem die Aktie im Juni noch ein Rekordhoch von 130 Dollar erreicht hatte. Im Dow Jones Industrial Average war Cisco damit für einen Großteil des Tagesverlusts verantwortlich – der Index notierte rund zwei Prozent unter seinem Rekord vom 5. August.

Optionsmarkt uneins über die Richtung

Am Optionsmarkt zeigt sich ein gespaltenes Bild. Das Handelsvolumen lag mit über 300.000 Kontrakten fast dreimal so hoch wie im Dreimonatsdurchschnitt, wobei Calls die Puts zahlenmäßig übertrafen. Gleichzeitig konzentrierten sich die größten Positionen auf Puts bei 110 Dollar und Calls bei 115 und 124 Dollar – ein Hinweis darauf, dass Trader uneins sind, ob die 110-Dollar-Marke hält oder eine schnelle Erholung folgt.

Technisch gilt die Aktie mit einem RSI von 26,7 als deutlich überverkauft, während die impliziten Volatilitäten nach dem Kursrutsch spürbar zurückgingen. Die längerfristigen Trends auf Wochen- und Monatsbasis bleiben trotz des Rücksetzers intakt.

Für die kommenden Handelstage bleibt die Marke um 110 bis 115 Dollar der zentrale Bezugspunkt. Ob sich daraus eine schnelle Erholung oder eine weitere Konsolidierung entwickelt, dürfte sich an der Reaktion der Hyperscaler-Kunden zeigen, deren Investitionen Cisco für das kommende Fiskaljahr auf 7,5 Milliarden Dollar Umsatzbeitrag hochrechnet.

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