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Circus: Vorstand kauft Aktien am 20. Juli

Circus SE erlebt nach drastischer Umsatzwarnung einen Kurseinbruch. Der Vorstand kauft Aktien, während Roboter in der Ukraine starten und die Baader Bank das Kursziel senkt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vorstand kauft Circus-Aktien
  • Roboter in Ukraine live
  • Baader Bank senkt Kursziel
  • Hauptversammlung am 20. August

Die Aktie der Circus SE hat einen der schwärzesten Monate ihrer Börsengeschichte hinter sich. Nach einer drastischen Prognosekürzung im Juli ist das Papier auf ein Rekordtief gefallen. Nun mehren sich Signale, dass zumindest das Management selbst noch an eine Stabilisierung glaubt.

Vorstand kauft eigene Aktien, Roboter gehen in der Ukraine live

Am 20. Juli erwarb Dr. Jan-Christian Heins aus dem Management- und Verwaltungsrat der Circus SE eigene Aktien über die Börse, wie das Unternehmen per Pflichtmitteilung bekanntgab. Solche Insider-Käufe gelten am Markt gemeinhin als Vertrauenssignal, auch wenn sie den fundamentalen Kurssturz der vergangenen Wochen nicht ausgleichen können.

Operativ meldete Circus zudem einen Fortschritt in einem neuen Einsatzgebiet: Die Verpflegungsroboter des Unternehmens gingen bei der 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew in den Live-Betrieb, nachdem die dortige Lebensmittelbehörde die nötige Zertifizierung erteilt hatte. Anfang Juli hatte Circus zudem die Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts abgeschlossen. Die Integration soll dem Unternehmen eigenen Angaben zufolge Zugang zu Großkunden wie Danone und Sodexo verschaffen.

Prognoseschock zieht Kursziel massiv nach unten

Der eigentliche Auslöser des Kurseinbruchs liegt jedoch tiefer. Mitte Juli hatte Circus per Ad-hoc-Mitteilung seine Umsatzprognose für 2026 radikal zusammengestrichen: Statt der zuvor in Aussicht gestellten 44 bis 55 Millionen Euro rechnet das Unternehmen nun nur noch mit 5,2 Millionen Euro Umsatz. Gleichzeitig weitete sich die erwartete operative Verlustspanne von zuvor 6 bis 8 Millionen Euro auf rund 17 Millionen Euro aus. Bereits der geprüfte Geschäftsbericht für 2025 hatte offengelegt, wie groß die Lücke zwischen Ambition und Realität ist: Einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro stand ein operativer Verlust von 15,3 Millionen Euro gegenüber.

Die Baader Bank reagierte auf die neue Prognoselage Ende Juli mit einer drastischen Kurszielsenkung von 19,00 auf 3,00 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Die Analysten passten zugleich ihre eigene Umsatzschätzung für 2026 von 46,2 Millionen Euro auf 5,8 Millionen Euro an und näherten sich damit der Unternehmensprognose an.

Extrem überverkauft, aber hochvolatil

Nach dem Kollaps der vergangenen Wochen zeigt sich am Dienstag ein technisches Bild, das für Anleger zweideutig ist. Der Relative-Stärke-Index auf 14-Tage-Basis liegt bei 18,5 und signalisiert einen stark überverkauften Titel. Am Montag legte die Aktie um 3,11 Prozent zu und schloss bei 1,86 Euro – ein erster Erholungsversuch nach dem massiven Ausverkauf. Die annualisierte Volatilität von über 150 Prozent auf Sicht von 30 Tagen unterstreicht jedoch, wie nervös der Handel in dem Titel derzeit verläuft. Wer auf eine technische Gegenbewegung setzt, muss mit heftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen.

Blick nach vorn: Hauptversammlung und Halbjahreszahlen

Für Anleger rücken nun zwei Termine in den Fokus. Am 20. August findet die virtuelle ordentliche Hauptversammlung 2026 statt, bei der das Management Rede und Antwort zur eingebrochenen Prognose stehen dürfte. Rund zwei Wochen später, am 2. September, will Circus die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vorlegen – die erste vollständige Berichtsperiode, die das drastisch gesenkte Umsatzziel widerspiegeln wird. Mitte September ist zudem eine Teilnahme an der Baader Investment Conference in München vorgesehen, wo sich das Management institutionellen Investoren stellen dürfte.

Für die Aktie bleibt die Gemengelage schwierig: Operative Fortschritte wie der Ukraine-Einsatz und die Alberts-Integration stehen einer massiv nach unten korrigierten Finanzplanung gegenüber. Der Insider-Kauf von Heins liefert immerhin ein Signal, dass das Management selbst noch Aufholpotenzial sieht – die kommenden Wochen bis zur Hauptversammlung und den Halbjahreszahlen dürften zeigen, ob sich daraus mehr als eine technische Gegenbewegung entwickelt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.