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Symbolbild, KI-generiert

Circus SE Aktie: Vier Tage bis München

Circus SE steht vor dem entscheidenden Investorentag in München. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief, während das Unternehmen den Umsatzsprung von Pilotprojekten zu verbindlichen Verträgen schaffen muss.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verlor seit Jahresbeginn fast 50 Prozent
  • Umsatzprognose für 2026 sieht 175-fachen Anstieg vor
  • Pilotprojekte mit REWE, Mercedes und Bundeswehr laufen
  • Verwaltungsratschef kaufte kürzlich Aktien nach

Am 28. März 2026 lädt Circus SE zum Investorentag in die Motorworld München — und der Termin kommt zu einem ungemütlichen Zeitpunkt. Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 50 Prozent ihres Wertes verloren und notiert nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.

Die Ausgangslage ist bekannt, die Fragen sind konkret: Wann folgen aus Pilotprojekten echte Verträge?

Große Prognose, schmale Umsatzbasis

Die Zahlen für 2025 zeigen das strukturelle Problem klar: 0,25 Millionen Euro Erlöse standen einem operativen Verlust von rund 15 Millionen Euro gegenüber. Für 2026 peilt das Management nun Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro an — ein Sprung um den Faktor 175.

Dieser Sprung hängt daran, ob Partner wie REWE und Mercedes-Benz aus laufenden Pilotphasen in verbindliche Kaufverträge wechseln. Mercedes soll ab Sommer 2026 einen CA-1-Roboter in der Werkskantine Sindelfingen betreiben. Der erste „Fresh & Smart“-Standort ist in Düsseldorf Heerdt eröffnet. Die Bundeswehr bezieht seit Januar autonome Kochsysteme unter dem Label „Circus Defence“, und die ukrainischen Streitkräfte haben ein Abkommen über bis zu 25 Einheiten unterzeichnet.

Hinter den meisten dieser Projekte stehen bislang Pilotphasen und Absichtserklärungen. Circus verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro — in tatsächliche Zahlungsflüsse hat sich das bisher kaum übersetzt.

Fertigung steht, Serienbeweis fehlt

Die Produktionskapazitäten sind zumindest formal vorhanden. Mit Auftragsfertiger Celestica wurde die Industrialisierung des CA-1 abgeschlossen, die Kapazitäten sind auf eine vierstellige Stückzahl ausgelegt. Als nächstes Ziel gilt die Serienfertigung des Militärroboters CA-M sowie die Inbetriebnahme einer europäischen Hochvolumenfabrik noch in diesem Jahr — mit einer geplanten Jahreskapazität von bis zu 10.000 Einheiten.

Um die Einstiegshürde für Kunden zu senken, hat Circus gemeinsam mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, ein Leasingmodell entwickelt, das hohe Anschaffungskosten in planbare Betriebsausgaben umwandelt. Beim EBITDA rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Minus von 6 bis 8 Millionen Euro; die Verbesserung soll über steigende Auslieferungszahlen und wachsende SaaS-Erlöse kommen.

Insider kaufen, Markt wartet

Bemerkenswert: Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins kaufte zuletzt Aktien zu 7,26 Euro, weitere Käufe aus dem Führungsumfeld folgten Ende Januar und Anfang Februar. Ob das als Vertrauenssignal taugt, hängt davon ab, was München liefert.

Liefert der Investorentag konkrete Belege — Auslieferungspläne, bestätigte Vertragsübergänge, Meilensteine zur Serienfertigung — erhält die ambitionierte Umsatzprognose erstmals ein greifbares Fundament. Bleibt die Präsentation vage, dürfte der Druck auf den Titel, der bereits mehr als 73 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert, weiter anhalten.

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