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Circus Aktie: Neuer Schub?

Der KI-Roboter-Spezialist Circus sichert sich einen Bundeswehr-Auftrag und eine Leasing-Partnerschaft, doch die Aktie notiert auf ihrem Jahrestief. Das Unternehmen setzt auf eine Doppelstrategie aus Verteidigung und zivilen Anwendungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erster Bundeswehr-Vertrag für autonome Versorgungsroboter
  • Strategische Finanzierungspartnerschaft mit MMV Leasing
  • Aktie notiert auf 52-Wochen-Tief bei 9,52 Euro
  • Doppelstrategie aus Defence- und Zivilgeschäft

Ein Verteidigungsauftrag der Bundeswehr, eine frische Leasing-Partnerschaft und der Zugang zum US-Markt – operativ stellt sich Circus breiter auf. An der Börse spiegelt sich dieser Strategiewechsel bislang jedoch kaum wider. Wie viel Potenzial steckt in der Kombination aus Defence-Geschäft und zivilen Anwendungen?

Bundeswehr-Auftrag als Referenzprojekt

Circus, ein auf KI-gestützte Robotik spezialisiertes Unternehmen aus München, meldet einen wichtigen Schritt im Verteidigungsbereich. Die Defence-Sparte hat einen Vertrag mit der Bundeswehr zur Einführung des autonomen Versorgungsroboters CA-1 geschlossen.

Der Start erfolgt an einem Kasernenstandort in Deutschland. Dort soll das System eine durchgängige Verpflegung der Soldaten sicherstellen – unabhängig von Dienstplänen oder Rückkehrzeiten von Übungen und Einsätzen. Damit testet die Bundeswehr den CA-1 in einem klar umrissenen, aber sicherheitskritischen Umfeld.

Die strategische Bedeutung für das Verteidigungsgeschäft liegt auf der Hand:

  • Erster Bundeswehr-Vertrag für autonome Verpflegungssysteme
  • Praktischer Proof-of-Concept für militärische Anwendungen im Inland
  • Potenzielles Referenzprojekt für weitere NATO-Beschaffungsprogramme

Gerade der Referenzcharakter ist für Circus entscheidend. Gelingt die Integration im Bundeswehr-Alltag, stärkt dies die Position des Unternehmens in künftigen Ausschreibungen innerhalb der NATO-Strukturen.

Leasing-Partnerschaft senkt Einstiegshürden

Parallel dazu stärkt Circus den Vertrieb im zivilen und gewerblichen Bereich. Mit der MMV Leasing GmbH, einer Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, wurde eine strategische Finanzierungspartnerschaft vereinbart.

Kern der Kooperation: Kunden können die KI-Roboter künftig unter flexiblen Leasingmodellen beziehen, statt hohe Anfangsinvestitionen zu tätigen. CEO Nikolas Bullwinkel bezeichnete die Zusammenarbeit als „entscheidenden Wachstumsbeschleuniger“ – der finanzielle Zugang zu der Technologie soll damit deutlich erleichtert werden.

Die ersten konkreten Leasing- und Finanzierungsverträge werden bereits im ersten Quartal 2026 erwartet. Für Circus eröffnet sich damit die Chance, den Roll-out der Systeme zu beschleunigen, ohne allein auf klassische Kaufmodelle angewiesen zu sein.

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US-Listing per ADR und schwache Kursentwicklung

Auch an der Kapitalmarktfront war Circus aktiv. Anfang Januar wurde ein Level-I-ADR-Programm mit der Bank of New York Mellon als Depotbank etabliert. Die ADRs werden unter dem Tickersymbol CCUSY am US-OTC-Markt gehandelt, wobei ein ADR einer Aktie entspricht. Damit wird der Zugang für US-Investoren vereinfacht, ohne ein Voll-Listing an einer großen US-Börse.

An der Kursentwicklung ändert das bisher wenig:
Die Aktie schloss am Freitag bei 9,52 Euro. Damit liegt sie:

  • rund 20 % unter dem Stand zu Jahresbeginn
  • etwa 61 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 24,20 Euro
  • exakt auf dem 52‑Wochen-Tief bei 9,52 Euro

Charttechnisch notiert der Titel damit klar unter den wichtigen Durchschnittslinien: Der Abstand zur 50-Tage-Linie (12,38 Euro) beträgt gut 23 %, zur 200-Tage-Linie (14,90 Euro) sogar rund 36 %. Der 14-Tage-RSI von 35,2 signalisiert einen angeschlagenen, aber noch nicht extrem überverkauften Markt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 36,37 % unterstreicht die hohe Schwankungsbreite.

Doppelstrategie: Defence und zivile Anwendungen

Operativ setzt Circus weiterhin auf eine Zwei-Säulen-Strategie. Im zivilen Bereich arbeitet das Unternehmen mit REWE zusammen, um den CA-1 in Supermärkten einzusetzen. Ziel ist eine Automatisierung von Verpflegungs- und Serviceprozessen im Einzelhandel.

Auf der militärischen Seite ist Circus bereits über den Bundeswehr-Auftrag hinaus aktiv. Es bestehen Vereinbarungen mit dem ukrainischen Verteidigungsprogramm BRAVE1 sowie mit der 3. Sturmbrigade der ukrainischen Streitkräfte. Zudem verfügt das Unternehmen seit August 2025 über eine NATO-Zulassung für Verteidigungsverträge und multinationale Beschaffungsprogramme – eine formale Voraussetzung, um in größeren internationalen Projekten überhaupt berücksichtigt zu werden.

Diese Kombination aus ziviler Skalierung, Verteidigungsaufträgen und erleichterter Finanzierung über Leasing soll das Wachstum breiter abstützen, als es ein reines Einzelhandels- oder ein reines Defence-Modell könnte.

Fazit: Operatives Momentum, Kurs am Tief

Circus sammelt derzeit mehrere strategische Bausteine ein: Bundeswehr-Auftrag, NATO-Zulassung, Ukraine-Kooperationen, REWE-Partnerschaft, Leasingfinanzierung und US-ADR-Programm. Die Aktie reflektiert dieses Momentum bislang nicht und notiert am 52‑Wochen-Tief deutlich unter den gleitenden Durchschnitten.

Für die nächsten Monate wird entscheidend sein, ob aus dem Bundeswehr-Projekt und der MMV-Partnerschaft messbare Skaleneffekte entstehen – etwa durch Folgeaufträge im Defence-Bereich und eine höhere Durchdringung im zivilen Geschäft. Gelingt das, könnten sich die heutigen Kurse im Nachhinein als Phase der Neubewertungsvorbereitung erweisen.

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